Der scheidende Präsident des Internationalen Währungsfonds (IWF) Rodrigo Rato hat den führenden Politikern der westlichen Länder, die sich bisher weigern, ihre eigene politische Unfähigkeit unter den Bedingungen des jetzigen kollabierenen Finanzsystems anzuerkennen, eine Warnung zukommen lassen. In einem Interview in der Financial Times warnte er, daß die Kreditkrise nicht nur Bankiers treffen würde, sondern auch die Finanzhaushalte der Nationen.
In dem Interview sagt Rato, die Kreditverknappung sei eine „ernsthafte Krise“, die immer noch anhalte und das Wirtschaftswachstum weltweit reduzieren werde. Die „politischen Entscheidungsträger“, sagt Rato weiter, „sollten nicht denken, daß diese Probleme auf den Schreibtischen der Bankiers liegen bleiben wird. Die Probleme werden den realwirtschaftlichen Sektor, die Finanzhaushalte erreichen – dies ist etwas, was wir den Leuten gegenüber immer wieder unterstreichen.“
Die Marktkrise werde „sich auf das Wachstum auswirken“ und so die Finanzminister zur Revision von Haushaltsplänen zwingen, sagt Rato. Die Auswirkungen der Kreditverknappung seien „schneller in den USA und zu einem gewissen Grad [in] Europa und Japan“ bemerkbar, aber „jeder wird die Auswirkungen zu spüren bekommen.“
Rato erwähnt allerdings nicht, daß die Krise sowohl eine günstige Gelegenheit als auch eine Notwendigkeit für die Nationen erzeugt, ein Währungssystem im Sinne eines neuen Bretton Woods zu ermöglichen, wie es der amerikanische Ökonom und langjährige Gegner des IWF, Lyndon LaRouche vorgeschlagen hat. Die Optionen liegen auf dem Tisch: Entweder wird die Masse der Bevölkerung dafür mobilisiert, die katastrophalen Politikansätze zum Schutze der "Finanz-Heuschrecken" abzulehnen undum die Errichtung einer Brandmauer zum Schutz der Realwirtschaft und der Banken zu fordern. Oder es werden viele gute Absichten im Morast versinken.