Nach dem Tod von fünf Kindern diesen Monat auf der Insel Rote Island vor Westtimor wurde dort weitverbreitete und gravierende Unterernährung festgestellt. Zusätzlich leiden in der Provinz Ost Nussa Tenggara offiziell 90.000 von ungefähr 500.000 Kinder unter Hunger und sind unterernährt. Die indonesische Regierung versucht, mit kurzfristiger Hilfe einzugreifen. Am Mittwoch legte sie ein Interventionsprogramm auf, um den Menschen mit niedrigem Einkommen beim Kauf von Speiseöl und Sojabohnen zu helfen – die zwei Grundnahrungsmittel, die besonders von den explodierenden Nahrungsmittelpreisen am Weltmarkt betroffen sind. In den nächsten sechs Monaten wird die Regierung Subventionen von jeweils 54.3 Mio. $ für jede dieser Nahrungsmittel bereitstellen.
Tempeh aus Sojabohnen ist das Grundnahrungsmittel und Eiweißlieferant der Armen in Indonesien. Bis Ende der 1990er Jahre wurde es ausschließlich aus einheimischer Produktion hergestellt. Aber dann zwang der IWF Indonesien mit seinen "Reformen", die Einfuhrzölle für Soja abzuschaffen. Heute werden 70% des Soja importiert und die Hyperinflationsspirale der Spekulation auf Nahrungsmittel schlägt voll durch. Auf dem Palmölmarkt, dem gebräuchlichen Speiseöl in diesem Teil der Welt, sowie bei Reis, dem Hauptnahrungsmittel überhaupt, herrscht eine ähnliche Situation.
Die Preise für die Grundbausteine der Ernährung (Proteine, Kohlhydrate, Fette) ebenso wie füri Treibstoff steigen so rapide, daß sie für die Armen oder auch mäßig verdienende nicht mehr erschwinglich sind. Und das nicht nur in einem armen Land wie Indonesien, sondern weltweit.