Jacques Cheminade: Wir brauchen einen Neubeginn, um das Aussterben der Menschheit zu verhindern!

28.06.2026
Jacques Cheminade: Wir brauchen einen Neubeginn, um das Aussterben der Menschheit zu verhindern! klaus 28.06.2026

Jacques Cheminade ist ehemaliger Präsidentschaftskandidat und Präsident der Partei Solidarité et Progrès in Frankreich. Hier ist der Beginn seiner Rede bei der Berliner Konferenz des Schiller-Instituts am 31. Mai, die aus dem Englischen übersetzt wurde.

„Der Titel meines Vortrags bezieht sich auf ein finanzielles und ideologisches System, das Kriege schürt und eine Kultur des Todes fördert. Was derzeit in Gaza geschieht, im Libanon, im Iran, in der Ukraine und im Sudan, ist Ausdruck ein und derselben kriminellen Matrix. Da ist Marco Rubio, der in München die westliche Geschichte in ihrer kolonialen Dimension lobt und zu dem Schluß kommt, daß deren Vorherrschaft mit Gewalt durchgesetzt werden müsse. Da sind Charles III. und Benjamin Netanjahu, die im US-Kongreß anhaltenden Applaus – eine Standing Ovation – erhalten, während der eine eine Karte von „Groß-Israel“ zeigt und der andere behauptet, die amerikanische Unabhängigkeit sei von Ideen britischen Ursprungs inspiriert gewesen, was von einem Donald Trump, dessen „Groß-Amerika“ sich von Grönland bis Feuerland erstreckt, umgehend bekräftigt wurde. Da sind US-Kriegsminister Pete Hegseth oder Donald Trumps geistliche Beraterin Paula White, die verkünden, daß Gott diejenigen segnet, die einen gerechten Krieg führen und dabei Zivilisten und die Führer des iranischen Feindes ermorden.

So entsteht ein neuer Faschismus, dessen Ursprung im britischen Imperialismus und dem Prinzip der Schreckensherrschaft liegt. Dieser Imperialismus mutiert derzeit in den Vereinigten Staaten zu der Form eines Bündnisses zwischen den Tech-Lords des Silicon Valley – die ihre Aktivitäten nun auf Nevada und Texas ausweiten – und den Lords der Wall Street, die einen Finanz-Dollar fördern, der nichts mit dem Dollar des amerikanischen Volkes zu tun hat: eine Falschwährung, die per elektronischem Impuls ausgegeben wird und ganz von der Realwirtschaft abgekoppelt ist. Es handelt sich um einen techno-militärisch-finanziellen Faschismus mit eigenen Medienkanälen, der behauptet, die Welt zu beherrschen, indem er eine Demokratie abschafft, die zu einem Hindernis geworden ist, wie die Chefs von Palantir oder Microsoft offen verkünden.

Ihr einziger Beitrag zur Realwirtschaft in den Vereinigten Staaten wie in Westeuropa ist die Finanzierung des Verteidigungssektors im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz und der Gewinnung seltener Metalle, die für moderne Waffen benötigt werden. Dazu dient Donald Trumps Budget in Höhe von 1,5 Billionen Dollar. Ihr Ziel ist ein cyber-nuklearer Krieg. Derweil wäscht die Londoner City weiter das zunehmend immer schmutzigere Geld der Steueroasen.

Wir sind heute schon über einen Kalten Krieg hinaus, versunken in einer geopolitischen Logik, die, wenn wir ihren Lauf nicht aufhalten, zu ungeheuerlichen Zerstörungen führen wird, die die Menschheit zu vernichten drohen. Wir alle hier wissen, daß wir den Kurs ändern müssen. Und wie heute Vormittag bereits gesagt und wiederholt wurde, wissen wir, daß eine neue Architektur für Frieden durch gegenseitige Entwicklung und Sicherheit der Schlüssel zu diesem Wandel ist.

Ich möchte hier drei Punkte ansprechen.

Der erste soll betonen, daß dieses mit Kriegsverbrechen verbundene System ein Mafia-System des organisierten Verbrechens ist. Es fungiert als Instrument zur Zerstörung von Leben und für den Krieg gegen die Völker. In diesem Sinne ist der Fall Epstein nur die Spitze eines blutigen Eisbergs.

Der zweite Punkt ist, daß dies kein „unvermeidliches“ Verhalten für den Westen ist. Im Gegenteil, es ist ein Verrat an dem Besten, was der Westen der Welt gebracht hat; es ist eine Metastase, deren Wachstum wir zugelassen haben und die nun die Kontrolle über den Körper übernommen hat.

Und schließlich müssen wir, um an der neuen Architektur teilzuhaben, unsere Handlungs- und Denkweise ändern; das heißt, wir müssen unsere menschlichen Fähigkeiten jenseits einer formalen Logik erkunden, die auf Deduktion und Induktion reduziert ist. Einstein sagt uns, daß man ein Problem niemals innerhalb der Bedingungen lösen kann, unter denen es gestellt wurde; heute besteht unsere Herausforderung darin, unsere Emotionen so zu schulen, daß sie mit dieser menschlichen Fähigkeit im Einklang stehen, formale Grenzen zum Wohle der Allgemeinheit zu überwinden, wobei wir uns von denen inspirieren lassen, denen das in der Vergangenheit gelungen ist, und ihrem Ansatz folgen. …. Hier können Sie die Rede in voller Länge lesen.

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