In einem Leitartikel mit dem Titel "Profite dürfen nicht vor dem nationalen Interesse stehen", sprach sich die auflagenstarke japanische Tageszeitung Yomiuri Shinbun direkt für den Schutz strategisch wichtiger Bereiche der japanischen Industrie aus. Er beginnt mit der grundlegenden Feststellung: "Eine stabile Energieversorgung ist für die Unterstützung wirtschaftlicher Aktivitäten und des alltäglichen Lebens der Bevölkerung unabdingbar. Es ist nicht wünschenswert, daß ausländische Investmentfonds, die zur Bevorzugung kurzfristigen Profits neigen, Einfluß auf Energieversorgungsunternehmen erhalten."
Der Children’s Investment Master Fund (TCI), eine britischer Investmentfonds, ist nach dem Kauf von 9,9 % der Aktien zum größten Anteilseigner an Japans wichtigstem Energieversorger "J-Power" (Electric Power Development Co.) geworden. TCI habe im Januar das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie von seinem Vorhaben informiert, seinen Anteil an "J-Power" auf 20% zu erhöhen, was, so heißt es, "eine Debatte über Japans nationale Sicherheit ausgelöst" habe.
"TCI ist bekannt als ein ‚aggressiver Shareholder‘, da es in die Reorganisation von Börsen und Finanzinstitutionen verwickelt war", schreibt Yomiuri Shinbun. Man befürchtet, daß das Bauvorhaben für ein Kernkraftwerk in Gefahr geraten könne. "Es erfordert eine Menge Zeit und Geld, um ein Kernkraftwerk zu entwerfen, zu bauen und zu betreiben. Wenn TCI wegen seiner kurzfristigen Profiterwartungen zögerlich sein sollte, in einen solchen Plan zu investieren, könnte Japans langfristig ausgelegte Energieversorgungsstrategie Schaden leiden." Der Leitartikel schließt mit einem deutlichen Hinweis darauf, wie man für eine gesunde Wirtschaft sorgt: "Wenn grundlegende nationale Interessen verletzt zu werden drohen, ergreifen sowohl Industrie- als auch Entwicklungsländer normalerweise Maßnahmen, um ausländische Investitionen zu beschränken. Die Regierung sollte ausländischen Unternehmen diese Vorgehensweise sachte erläutern."