Nach Presseberichten griff Bundeskanzlerin Merkel gestern das Verhalten der Banken auf der DEHOGA (Jahreskonferenz des Hotel- und Gaststättengewerbe) an. In ihrer Rede bezeichnete sie diese als Leute, die sich wie „Kaltblüter im Winter" verhielten: „Sie bewegen sich nicht. Sie leben zwar, aber sie tun nicht das, was man von ihnen eigentlich erwartet."
Frau Merkel forderte, die Banken müßten endlich ihre Boykotthaltung aufgeben und wieder Kredite ausgeben. Ansonsten werde es „eine Bewegung geben, wo die Wirtschaft selber überlegt, ob sie sich nicht alleine im Bankgeschäft betätigen muß," warnte Merkel. „Wenn alle Banken ausfallen, muß man neue gründen." Die Gesellschaft erwarte von den Banken, „daß sie ihren Beitrag zum Gemeinwohl leisten und wieder das tun, wofür sie da sind, nämlich Kredite zu vergeben."
Neue Banken gründen zu wollen, die wieder den Wirtschaftsprozeß finanzieren – neue, begrüßenswerte Töne der Bundeskanzlerin. Jedoch greift auch das zu kurz, wenn nicht das gesamte Weltfinanzsystem einem geordneten Bankrottverfahren unterzogen und als Kreditsystem neu geordnet wird – ein globales Neues Bretton Woods. Es wäre erfreulich, wenn ihre Äußerungen einen Schritt in diese Richtung darstellten.