Der Vatikan hat noch keine offizielle Antwort auf die Einladung der Trump-Regierung gegeben, dem „Friedensrat“ von Präsident Trump beizutreten. Kardinal Pierbattista Pizzaballa, der lateinische Patriarch von Jerusalem, hat jedoch seine Meinung kundgetan. „Was ich vom Friedensrat halte? Ich halte ihn für eine kolonialistische Operation: Andere entscheiden für die Palästinenser“, sagte er Maria Gianniti, der Jerusalem-Korrespondentin des italienischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks RAI, in einem Interview in Rom, über das Il Sole 24 ore am 6. Februar berichtete. „Ich werde ganz offen antworten. Sie haben uns gebeten, beizutreten. Eine Milliarde ist viel Geld, aber vor allem ist das nicht die Aufgabe der Kirche. Die Würde des Menschen liegt in den heiligen Sakramenten.“
In seinem ausführlichen Bericht über das Interview berichtete Vatican News, dass der Kardinal „seine Besorgnis über jede Initiative zum Ausdruck brachte, die in erster Linie darauf abzielt, die Interessen der Großmächte zu schützen, ohne das palästinensische Volk und seine Rechte wirklich anzuerkennen“.
Um Frieden in die Region zu bringen, seien mehr als nur Slogans und Worte erforderlich, betonte er. „Konkrete Maßnahmen, Gesten und Zeugnisse, die physisch die Möglichkeit des Wiederaufbaus von Vertrauen demonstrieren“, seien erforderlich, „um den Menschen nach und nach zu helfen, anders zu denken“. Auf beiden Seiten brauche man politische und religiöse Führer mit Weitblick, „die ihre Autorität nicht ausschließlich auf Wut und Rachegelüste stützen“, fügte er hinzu. „Die Wunden sind noch tief … Keine Seite will etwas von der anderen hören: Die Beziehung ist zerbrochen, und das ist der erste Punkt, den es zu berücksichtigen gilt und von dem aus man beginnen muss.“
Das Weiße Haus hofft, die erste Sitzung des Gremiums am 19. Februar in Washington, D.C., abzuhalten, wahrscheinlich im jetzt so benannten „Donald J. Trump Institute of Peace“. Die Einladungen sollen bereits verschickt worden sein, auch wenn das Treffen noch nicht offiziell bestätigt wurde. Nach Angaben der Associated Press sollen die Staats- und Regierungschefs, die ihre Teilnahme zugesagt haben, und die Mitglieder des Exekutivkomitees für Gaza an dem Treffen teilnehmen. Andere Medien berichten, dass das Treffen als Spendenaktion für die Wiederaufbauphase des (einseitigen) Waffenstillstands in Gaza gedacht ist.
Die Bürgerrechtsbewegung Solidarität erhält ihre Finanzmittel weder durch staatliche Parteienfinanzierung noch von großen kommerziellen Geldgebern. Wir finanzieren uns ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden,
deshalb brauchen wir Ihre Unterstützung!
JETZT UNTERSTÜTZEN