Nach dem Aufruf von Papst Leo XIV. am 15. März zu einem sofortigen Waffenstillstand bei dem Angriff auf den Iran haben sich verschiedene US-amerikanische katholische Würdenträger ebenfalls geäußert. So bezeichnete der Erzbischof von Washington, Kardinal Robert McElroy, den Krieg als moralisch nicht zu rechtfertigen. Kardinal Blase Cupich aus Chicago bezeichnete es als „widerwärtig“, wie das Weiße Haus Videospielbilder in seine Social-Media-Meldungen über den Krieg einbaute.
Der Staatssekretär des Vatikans, Kardinal Pietro Parolin, wies Washingtons Rechtfertigung zurück, die besagt, die USA führten einen „Präventivkrieg“. Der Heilige Stuhl werde dennoch den Dialog mit den USA nicht abbrechen. „ Der Heilige Stuhl spricht mit allen, und wenn nötig, sprechen wir auch mit den Amerikanern und den Israelis und zeigen ihnen, was für uns die Lösungen sind.“
Am 16. März nutzte der in Amerika geborene Papst Leo die Gelegenheit einer Ansprache an italienische Rundfunkanstalten, um sich den schwierigen Umständen des Krieges zu stellen, über die Realität des Krieges zu berichten und zu vermeiden, zum Propaganda-Sprachrohr der Kriegstreiber zu werden.
Er erklärte: „Immer, aber besonders unter den dramatischen Umständen eines Krieges, wie wir sie derzeit erleben, müssen sich die Medien vor der Gefahr hüten, zur Propaganda zu werden. Und die Aufgabe der Journalisten, die Nachrichten zu überprüfen, um nicht zum Sprachrohr der Machthaber zu werden, wird noch dringlicher und heikler – ich würde sagen, unverzichtbar.“
„Es liegt an euch, das Leid zu zeigen, das der Krieg den Menschen immer bringt; das Gesicht des Krieges zu zeigen und es aus der Perspektive der Opfer zu schildern, damit er nicht zu einem Videospiel wird. Das ist in den wenigen Minuten einer Nachrichtensendung und ihren Hintergrundberichten nicht einfach. Aber das ist die Herausforderung. “
Zuvor hatte Papst Leo in einer Ansprache vor Priestern, die am 13. März an einem Kurs im Vatikan über das Sakrament der Beichte teilnahmen, gesagt, das Sakrament sei eine Gelegenheit, Einheit und Frieden wiederherzustellen. Laut der South China Morning Post stellte er, ohne die USA ausdrücklich zu erwähnen, die Frage: „Man könnte sich durchaus fragen: Haben jene Christen, die in bewaffneten Konflikten eine schwere Verantwortung tragen, die Demut und den Mut, eine ernsthafte Gewissensprüfung vorzunehmen und zur Beichte zu gehen?“
Quelle: eirna.de