Während sich Präsident Bush mit seiner wahnwitzigen Rede vom 28. August wortwörtlich in Kriegshysterie hineinsteigerte, zeigt die Realität, daß es weder jetzt noch in absehbarer Zukunft einen "objektiven" Grund zu einer militärischen Konfrontation mit Iran gibt.
Am 29. August veröffentlichten iranische Medien und die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) den Text eines Dokuments mit dem Titel „Vereinbarung zwischen der Islamischen Republik Iran und der IAEA über die Modalitäten zur Lösung der offenen Fragen". Zusammengefaßt besagt dieses Dokument, daß der Iran der IAEA einer Reihe von Fragen zum Kernenergieprogramm des Iran beantwortet haben, daß Inspektoren der IAEA mit Zustimmung des Iran Zugang zu wichtigen Anlagen, einschließlich des Schwerwasserreaktors in Arak, bekamen und daß alle verbliebene Fragen durch Gespräche und Verhandlungen geklärt werden können. Weiteren 14 Inspektoren des IAEA seien Einjahresvisen mit mehrfachem Wiedereinreiserecht ausgestellt worden, und zudem seien alle Frage zum Plutoniumforschungsprogramm des Iran befriedigend beantwortet worden.
Der Gesamttext des Abkommens, der auf Bitte des Iran veröffentlicht wurde, zeigt, daß die IAEA die Verhandlungen letzte Woche zurecht als "Meilenstein" bezeichnete.
Beispielsweise heißt es zu den Plutoniumexperimenten ausdrücklich, der Iran sei habe mehrmals aufklärende Antworten gegeben, und "am 20. August erklärte die Behörde, daß alle bisher vom Iran gegebenen Erklärungen mit den Prüfergebnissen der Behörde übereinstimmten, so daß der Fall abgeschlossen ist. Dies wird dem Iran schriftlich offiziell mitgeteilt."
In Bezug auf andere Themen, zu denen die IAEA ungeklärte Fragen hatte, ist der Vorgang ähnlich: Bis zum 31. August wird die IAEA sämtliche noch offenen Fragen einreichen und sie mit dem Iran bei einem Treffen am 24. und 25. September diskutieren. Darauf folgt Mitte Oktober ein weiteres Treffen, und voraussichtlich bis zum November 2007 wird der Fall geschlossen sein.
Aus der Perspektive dieser Entwicklung, daß die IAEA nun offziell Fortschritte in ihren diplomatischen Bemühungen im Fall Iran, die Probleme rational aus dem Weg zu räumen, melden konnte, sollten Bushs rasende Behauptungen einer von Iran ausgehenden Gefahr eines "nuklearen Holocaust" betrachtet werden. Das Ergebnis der monatelangen Besprechungen zwischen den Iran und der IAEA sendet trotz dem Protest von der Bush-Cheney Administration eine klare Botschaft: Diplomatie funktioniert, und es bleiben keine wirklichen Gründe der Kriegestrommelei bestehen.