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Der "Keltische Tiger" am Boden: Irland und andere EU-Erfolgsgeschichten

Vom Nimbus des "keltischen Tigers", wie Irland während des Wirtschaftsbooms der 1990er euphorisch genannt wurde, ist heute nicht mehr viel übergeblieben. Die Arbeitslosigkeit steht offiziell bei 11,4% und soll nächstes Jahr auf 17 % steigen - eine Rückkehr zur Massenarbeitslosigkeit der 1980er. Und das ist erst der Anfang, wenn es nicht umgehend zu einer grundlegend anderen Politik in der EU kommt.

Es wird erwartet, dass das irische Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr um 8,3 % fällt - der größte Rückgang in einem Industrieland seit der großen Depression - laut dem "Economic and Social Research Institute". Der frühere Aufstieg zum "keltischen Tiger" basierte vor allem auf seinen Offshore-Finanzplätzen, auf denen dann auch die Immobilienblase entstand. Jetzt sind nicht nur diese Finanzplätze kollabiert, sonder auch die Immobilienpreise um ein Drittel eingebrochen. Die Staatsverschuldung als Anteil am BIP soll dieses Jahr von 41 auf 58 % und nächstes Jahr auf 70 % steigen.

Ein Sprecher der irischen Labour Party sagte: „Die Arbeitslosigkeit verursacht eine gesellschaftliche Zerstörung ganzer Landstriche. Jede Gemeinde und jeder Sektor der Wirtschaft ist betroffen. Jede Familie kennt jemanden, der seine Arbeit verloren hat. Einige Familien haben zwei Einkommen verloren, was es beinahe unmöglich macht, über die Runden zu kommen.“

Irland ist mit seinen Problemen nicht allein - die ganze EU ist betroffen. Der [i]Daily Telegraph[/i] schrieb am 5. Mai, dass die Europäische Kommission ihre Wirtschaftsprognosen korrigieren musste und jede wichtige Kennzahl fast doppelt so schlecht wie bisher erwartet ausfiel. Auch wenn diese Zahlen noch weit von der Realität entfernt sind, sind sie dramatisch. Es wird erwartet, dass die Arbeitslosigkeit 11,5 % - das sind 26 Millionen Arbeitslose - erreichen wird, mit Spitzenreitern wie Spanien mit 20 %.

Demnach soll die europäische Wirtschaftsleistung um 4 % und die deutsche um 5,4 % schrumpfen. Die Maastricht-Grenze der die Neuverschuldung von 3 Prozent des BIPs ist somit Vergangenheit. Die Kommission erwartet im  Durchschnitt 6,5 %, für Irland 15,6% und für Großbritannien 13,8 % Neuverschuldung. Das einzige Land, in dem laut Prognose die Wirtschaft wachsen wird, ist Zypern.