Am 9. Juli stimmte der italienische Senat für ein Gesetz, welches der Regierung sechs Monate Zeit einräumt, um geeignete Standorte für vier neue Kernkraftwerke auszumachen. Darüberhinaus werden Technologien, Kriterien für die Bauweise, Ausgleiche für die betroffenen Ortschaften und Staatshilfen für Energiekonzerne festgelegt und eine der Regierung unterstellte Agentur für Kernkraftwerkssicherheit gegründet. Dieses Gesetz stellt eine Rückorientierung zur Erforschung und Entwicklung der Kernkraft dar. Nach einer Volksabstimmung im Jahre 1987, damals noch unter dem Eindruck der Medienhysterie über Tschernobyl hatte sich Italien vollkommen von der Kernenergie abgewandt. Das neue Gesetz stellt eine Abkehr vom pessimistischen Menschenbild dar und beweist den Überlebenswillen Italiens.
Schon gehen Proteste los, wen wundert es. Besonders in Sardinien – erdbebenfrei, mit viel Wasser gesegnet und deswegen als guter Standort geeignet -, wird Widerstand geschürt. Einige Regionen sind unentschlossen; Sizilien fordert eine Volksabstimmung, während die Lombardei dafür ist.
Solche Bauvorhaben tragen natürlich auch zur Schaffung realer Arbeitsplätze bei. Gerade sowas würde man sich von unserer Regierung wünschen. Besonders Deutschland hätte sich nie von der Kernkraft abwenden dürfen. Der Widerstand gegen die Kernkraft wurde nicht von "besorgten Vätern und Müttern" organisiert. Man erinnert sich noch an die Hooligans und Schlägertrupps, die in den 1980ern den „Widerstand“ in Wackersdorf oder Hamm-Uentrop anführten. Gerade der Reaktor in Hamm-Uentrop, ein Kernreaktor der 4.Generation, physikalisch und technisch inhärent sicher, könnte jetzt ein Baustein und Motor eines neuen Wirtschaftswunders werden und zwar auf allen Kontinenten.
Der Weg in die Zukunft ist machbar, jedoch nur mit viel Kernkraft – und viel Vernunft.