Argentinens Präsident Nestor Kirchner beschrieb am 10. August, wie die Bank des Südens seiner Meinung nach arbeiten kann, um „den Vergessenen und Besitzlosen ein Lächeln der Hoffnung wiederzugeben." Damit machte er klar, warum die synarchistischen Finanziers in ihm eine Bedrohung sehen. In einer an Franklin Roosevelt erinnernden Sprache erklärte er, die Bank des Südens, die im November nach einigen „bürokratischen" Verzögerungen die Arbeit aufnehmen soll, werde produktive Investitionen in die Infrastruktur finanzieren, und nicht „unproduktive Staatsausgaben oder die bürokratische Ineffizienz der Staaten."
Er sprach in Tarija, Bolivien unter anderem vor Boliviens Präsident Evo Morales und dem venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez. Dabei unterstrich er, daß „neoliberale Ökonomen immer versuchen, Infrastrukturinvestitionen mit Staatsausgaben gleichzusetzen." Er fuhr fort „Wir glauben, daß öffentliche Ausgaben Entwicklung und Infrastruktur finanzieren können, und damit den Aufbau einer Nation und eines Volkes ermöglichen. Wenn wir die öffentliche Versorgung aufbauen, wenn wir Gaspipelines, Schulen, Krankenhäuser und Wohnung für unser Volk bauen, dann sind das nicht einfach Staatsausgaben. Es gibt unserem Volk Würde und sichert ihm den Lebensstandard, den es verdient. Das ist der Streit, den wir mit dem Neoliberalismus haben."
Der Weg der physischen Integration ist schwierig, betonte Kirchner und sagte, viele der Anführer Südamerikas hätten ihr Volk im Stich gelassen. Sie verfielen in „Individualismus oder kleinliche Grabenkämpfe um kurzlebige Macht, was uns davon abhielt, die transzendenten Schritte zu machen, die wir machen müssen… Wir müssen das Mandat unserer Völker achten, wir müssen begreifen, wie sehr unsere Gesellschaften gelitten haben…" und die Herausforderung annehmen.
Die mit der britischen Monarchie verbundene Finanzinteressen der Santander Bank spielten eine Schlüsselrolle in der Verzögerung der Gründung der Bank des Südens. Sie sollte schon im vergangenen Juni ihre Arbeit beginnen. Aber Kirchner sagte, jetzt sei es Zeit, daß alle Nationen Iberoamerikas – „und warum nicht auch Mexiko?" – sich zusammentun sollten, um die Bank des Südens zu gründen. „Wir wollen, daß Ekuador, Brasilien, Uruguay, Paraguay, Chile und allen anderen mitmachen und an der Bank des Südens arbeiten, die ein unabhängiges Instrument sein wird."