Nach Angaben eines Berichts der Rating-Agentur Standard & Poors wurde seit Anfang August nicht eine einzige neue „hochverzinsliche" (Ramsch-)Anleihe herausgegeben. Über diese Tatsache machen sich Bankiers ernsthaft Sorgen, wie ein Artikel im Investment News Monday beweist.
Dieser "Ramsch"-Anleihenmarkt war in den vergangenen 25 Jahren, meist in Verbindung mit fremdkapitalfinanzierten Unternehmensübernahmen, einer der größten Motoren des "Wachstums" auf dem Börsenmarkt, doch dieser „Motor" ist nun nahezu zum Stillstand gekommen. Die Zahl der Unternehmen, deren "Emissionen" derzeit auf als "notleidend" (Ramschanleihen) gehandelt werden – die sog. "distress ratio" -, stieg im August auf 2,9 %, und steigerte sich stetig auf 3.2 % im September, während sie im bisherigen Verlauf des Jahres meist unter 1 % gelegen hatte. Analysten meinen, daß etwa 90 Tage bleiben, die Situation zu bereinigen, bevor eine "längerfristige Neuordnung" (Crash) wahrscheinlich werde.
Wen ruft man in einer solchen Lage herbei? Hedgefonds! Vergangene Woche kündigte ein in Los Angeles niedergelassener Fond namens Dalton Investments Pläne an, "im Zahlungsverzug befindliche Schuldscheine mit erheblichem Preisnachlaß (discounts) aufzukaufen und zu restrukturieren", in der Hoffnung, daß man neue "Abnehmer" (Trottel) findet, die sich nicht mehr daran erinnern, warum die Schuldscheine anfangs überhaupt in Zahlungsverzug geraten waren. Doch wozu dies alles? "Der zweitklassige Hypothekenmarkt fängt gerade erst an, sich abzuwickeln, und wir erwarten, daß Zahlungsverzuge und Zwangsvollstreckungen in den nächsten 6-12 Monaten in die Höhe schnellen werden," sagte Dalton Investments‘ Vorstandsvorsitzender Steven Persky, im Zuge der Ankündigung dieser großartigen neuen „Strategie". Ein besonders extremes Beispiel ist, daß Banken den Hedgefonds das Geld leihen, mit dem die ihnen die abgestürzten Wertpapiere (wertlosen Müll) abkaufen, damit man sie aus den Bilanzbüchern herausnehmen kann, um den Eindruck zu erwecken, in die Märkte kehre wieder Normalität ein.
Das alles klingt nach dem Versuch, die vom Nachbarn gekaufte dreckige Wäsche weiterzuverscherbeln. Da stinkt doch etwas.