Kreditkrise verschlimmert sich trotz Finanzstützen der Zentralbanken: am 15. August droht doppeltes Problem

12.08.2007
Kreditkrise verschlimmert sich trotz Finanzstützen der Zentralbanken: am 15. August droht doppeltes Problem admin 12.08.2007

Ohne eine dramatische Umkehr in der Regierungspolitik wird sich keine Erleichterung abzeichnen; die internationale Bankenkrise bewegt sich auf den Zusammenbruch zu. Nachdem an zwei Tagen hunderte Milliarden Dollar an Finanzspritzen durch Zentralbanken in die amerikanischen, europäischen und asiatischen Bankensysteme geleitet worden waren, setzte sich die Verschlimmerung der Situation des weltweiten Bankensystems auch am Freitag, dem 10. August, fort. Dazu droht den Banken und Hedgefonds am 15. August – dem 36. Jahrestag der Auflösung des Bretton Woods Finanzsystems durch die Nixon Regierung auf Anweisung des Finanzministers George Shultz – ein doppeltes Problem.

Sogar nachdem die internationalen Banken die Geldspritze in Höhe von etwa 325 Milliarden Dollar an Zentralbankengeldern absorbiert hatten, breitete sich die Zahlungsunfähigkeit bei Krediten auch am 11. August auf diversen Wertpapiermärkten aus; die Aktienwerte der meisten großen Banken fielen weiter; und die ersten Berichte über enorme Verluste bei großen Hedgefonds tauchten auf. Nach Angaben gut unterrichteter Kreise im europäischen Finanzsystem ist bei vielen großen Banken am 15. August der Fälligkeitstermin für ihre Schuldverschreibungen, sog. Asset-Backed Commercial Papers (ABCP), die berüchtigten Schulden-"Conduits", von denen einige den beinahe-Zusammenbruch der Deutschen Industriebank IKB am 2. August ausgelöst hatten. Diese kurzfristigen Wertpapiere, die mehr als eine Billion Dollar bei Unternehmenskrediten und bei durch Hypotheken und andere Werte gesicherten Handelspapieren, sog. Asset-Backed Securities (ABS), ausmachen, sind plötzlich sehr schwer verkäuflich geworden und wurden von einem europäischen Bankier als Kern des ganzen Problems bezeichnet, warum die unter Banken vergebenen Kredite in der Nacht vom 9. auf den 10. August aufgebraucht waren.

Der 15. August ist aber auch der vierteljährlich wiederkehrende Termin, an dem Investoren ihre Wertpapierdepots aus Hedgefonds zurückziehen können. In der sich verschlimmernden Krise werden viele Hedgefonds versuchen, die Rücknahmen zu verhindern, was das sowieso schon mangelnde Vertrauen an den Finanzmärkten weiter untergraben wird. In den ersten Tagen des Augusts sind folgende Verluste für einige der weltweit größten Hedgefonds bekannt geworden: der Global Alpha Fund der Bank Goldman Sachs, Ende 2006 noch 9 Milliarden Dollar “wert”, hat 40% seines Werts verloren; der gigantische 23 Mrd.$-Fonds Renaissance Technologies LLC verlor allein in der vergangenen Woche 9% seiner Werts, und 14% über das ganze Jahr gerechnet; die größte börsennotierte Hedgefondsgruppe, Man Group, verlor in einem Monat ein Viertel ihres Marktwerts, berichtet der Londoner Independent; und der Wert des ABS Fund der Deutschen Bank fiel durch den Rückzug von Investoren von 3 Milliarden auf 2,1 Milliarden Dollar, schreibt die Financial Times.

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