Kriegsgefahr, Ebola, Finanzkrach: Wir brauchen Kooperation statt Konfrontation!

11.10.2014
Kriegsgefahr, Ebola, Finanzkrach: Wir brauchen Kooperation statt Konfrontation! admin 11.10.2014

Die gesamte Region am östlichen Mittelmeer steht am Rande einer Explosion, die sich sehr schnell zu einem Krieg ausweiten kann, in den dann alle großen Mächte der Welt hineingezogen würden – einschließlich der drei Atommächte Rußland, China und USA.



Von Alexander Hartmann

Die gesamte Region am östlichen Mittelmeer steht am Rande einer Explosion, die sich sehr schnell zu einem Krieg ausweiten kann, in den dann alle großen Mächte der Welt hineingezogen würden – einschließlich der drei Atommächte Rußland, China und USA.

Das NATO-Mitglied Türkei unterstützt nämlich faktisch die Operationen des „Islamischen Staats“ in Syrien und im Irak, indem es verhindert, daß Kurden aus dem Nordirak ihre Volksgenossen in der nordsyrischen Stadt Kobani unterstützen. Vertreter des Pentagon gaben bei einem Pressebriefing am 8. Oktober ganz offen zu, daß die amerikanischen Bombenangriffe auf IS allein den Fall von Kobani nicht verhindern können und daß dort ein furchtbares Massaker an der kurdischen Bevölkerung der Stadt mit 45.000 Einwohnern droht. Sollten die Kämpfe auf türkisches Gebiet übergreifen, würde die Türkei unter Berufung auf Artikel 5 des NATO-Vertrags Unterstützung der Verbündeten anfordern.

Unter den führenden militärischen Kommandeuren des Islamischen Staats sind auch tschetschenische Terroristen, die bereits in zwei Kriegen gegen Rußland gekämpft haben. Derzeit kämpfen mehr als 1000 Tschetschenen unter der schwarzen Flagge des Islamischen Staats im Irak und Syrien. Einer dieser Kommandeure, der unter dem Namen „Omar der Tschetschene“ bekannt ist, prahlte ganz offen, das letztendliche Ziel des Islamischen Staats seien Rußland und Präsident Putin.

[url:“http://larouchepac.com/node/31882″]Lyndon LaRouche warnte am 9. Oktober[/url] in einem Gespräch mit Mitarbeitern, in den kommenden zwei Wochen drohe der Welt im Nahen Osten eine Katastrophe, die um jeden Preis verhindert werden müsse. Und der erste notwendige Schritt, um diese Explosion zu stoppen, sei die Amtsenthebung von Präsident Obama. „Obama trägt die Verantwortung, weil er diesen Krieg im Nahen Osten gefördert hat. Wenn er nicht aus dem Amt entfernt oder vollkommen entmachtet wird, dann sind die Aussichten, das Ausbreiten dieses Krieges zu verhindern, gering.“

Präsident Obama hatte die Warnungen seines Generalstabes, des Militärgeheimdienstes und des damaligen irakischen Premierministers Al-Maliki vor dem „Islamischen Staat“, die ihn schon vor den Angriffen auf Falludschah und Ramadi erreichten, monatelang ignoriert. Indem er Front gegen Rußland und China machte und sich weigerte, Syrien und den Iran in die Koalition gegen den Islamischen Staat aufzunehmen, verhinderte Obama die einzige Möglichkeit, die Dschihadisten rechtzeitig zu besiegen.

Ganz übereinstimmend mit LaRouches Einschätzung warnte der frühere russische Botschafter Benjamin Popow in einem [url:“http://en.ria.ru/russia/20141009/193863811/Only-Collective-International-Efforts-Will-Defeat-IS-Former.html“]Interview[/url] mit RIA Novosti: „Nur gemeinsame Bemühungen der internationalen Gemeinschaft und der großen globalen Mächte können den Weg für den Sieg über den Islamischen Staat bereiten, jede andere Strategie ist nutzlos.“

Auch Helga Zepp-LaRouche kommentierte die Lage in Syrien am 8. Oktober in einem [url:“node/7721″]Internetforum[/url] der Bürgerrechtsbewegung Solidarität: „Wir hängen wirklich in einer unheimlich gefährlichen Zone. Es finden jetzt schon Auseinandersetzungen zwischen Islamisten und Kurden in deutschen Städten statt, und das alles zeigt natürlich: Wir brauchen einen völligen Paradigmenwandel. Mit Bomben alleine ist es nicht getan, sondern man muß an die Wurzeln des Terrorismus kommen. Man muß aufdecken: Wo kommt das eigentlich her? Wer hat das gefördert? Die Finanzierung muß abgeschnitten werden.“

Vor allen Dingen aber brauche man eine wirkliche Entwicklungsperspektive für den gesamten Nahen Osten. „Das heißt, wir brauchen die Ausweitung der Neuen Seidenstraße für die gesamte Region, damit die Menschen dort eine Zukunftschance haben und diese Situation nicht auch noch mehr aus dem Ruder läuft, als sie es bisher schon getan hat.“

Genauso bedrohlich: Ebola und die Finanzkrise

Aber die Krise um den Islamischen Staat ist nicht die einzige Bedrohung für die globale Zivilisation. Nicht minder bedrohlich ist die Gefahr, die von der Ebola-Seuche in Afrika ausgeht. „Was wäre, wenn Ebola in Griechenland oder auf Lampedusa ausbräche?“, fragte die BüSo-Vorsitzende. Nach den jahrelangen brutalen Sparmaßnahmen aufgrund der weltweiten Finanzkrise seien die Gesundheitssysteme gerade in den südeuropäischen Ländern für eine größere Seuche nicht mehr gerüstet.

Hinzu kommt außerdem die Gefahr einer neuen globalen Finanz- und Wirtschaftskrise. Angesprochen auf Meldungen der Zeitung Die Welt, daß eine solche neue große Finanzkrise drohe, antwortete Helga Zepp-LaRouche: „Ich denke, es wäre ein großes Wunder, wenn das westliche, also das transatlantische Finanzsystem dieses Quartal übersteht, denn es stehen ja einige massive Entscheidungen an. Ich glaube, am 14. Oktober, d.h. in einigen Tagen, wird die EZB die Ergebnisse des Streßtests der europäischen Banken bekanntgeben… Entweder müssen sie dann massive Verluste oder Verschuldungen oder Insolvenzen der Banken zugeben, oder es wird frisiert. In beiden Fällen hätte das eine enorme Wirkung.“

Die „zum Scheitern zu großen“ Banken seien seit der Lehman-Krise 2008 noch um 50% größer geworden und die Gesamtverschuldung, also die kombinierten Schulden der Staaten, Banken und Firmen, sei ebenfalls um 50% gestiegen. „Während es 2008 100 Billionen waren – und das waren damals 2% des Welt-BIP, also des Weltsozialprodukts, sind es jetzt 150 Billionen und 2,5%… Das ist absolut nicht haltbar.“

Da jedoch weder von den USA noch von der EU irgendwelche Anzeichen erkennbar seien, daß sie mit dieser Kasinowirtschaft aufhören wollen, fuhr sie fort, „gehen wir auf eine ziemlich turbulente und wilde Zeit zu, und man kann nur hoffen, daß die Lösungen, die ja da sind, rechtzeitig ergriffen werden“.

Diese Lösung sei das [url:“node/7557″]Vier-Punkte-Programm[/url] ihres Ehemanns Lyndon LaRouche: das Glass-Steagall-Trennbankensystem, Beendigung der Kasinowirtschaft, ein Kreditsystem in der Tradition von Alexander Hamilton und ein Wissenschaftsmotor, der die Wirtschaft auf einer höheren Produktivitätsstufe ankurbelt. Das sei sehr dringend. Aber zum Glück gebe es einige Länder, „die mehr in diese Richtung denken, als das im Augenblick für die EU und die USA der Fall ist“.

Tatsächlich sei die EU überhaupt nicht mehr handlungsfähig. „Solange wir in diesem EU-Diktat bleiben, wird es keine Lösung geben. Wir müssen die Souveränität über die eigene Währung wiedererlangen, und vor allem müssen wir die Kreditschöpfung in die souveräne Kontrolle de Staates zurückbringen.“ Denn die supranationalen Strukturen wie die EU, die EZB, der IWF – also die Troika – „haben nur das Interesse der Großbanken, der Investmentfirmen, der Hedgefonds vertreten und das Gemeinwohl geopfert, und das Resultat ist eine Katastrophe“.

„Amerika muß zum richtigen Weg zurückfinden“

In dieser Lage komme alles darauf an, in den Vereinigten Staaten eine politische Wende herbeizuführen. Die ganze Welt blicke mit großer Sorge auf diese Entwicklungen in Amerika. „Denn es ist ja keineswegs so, daß Rußland oder China die USA als Weltmacht ,ersetzen’ wollen – das wäre eine ganz falsche Lesart dessen, was die BRICS-Staaten versuchen… Ich weiß von wichtigen russischen Kontakten und chinesischen Kontakten: niemand will Amerika irgendwie außen vor halten, sondern jeder weiß, Amerika muß wieder zu seinem richtigen Weg zurückfinden. Denn wenn das nicht passiert, dann befürchten wir alle, daß in diesen zwei Jahren, die noch für die Obama-Administration übrig bleiben, etwas ganz gehörig schief gehen wird und dann sogar ein großer Krieg das Resultat wäre.“

Sie forderte alle Zuschauer auf, auf Amerika einzuwirken, um dort einen Umschwung herbeizuführen: „Im Grunde geht es wirklich darum, daß jeder, der irgendwie Möglichkeiten und Kontakte in Amerika hat, diese auch nutzt, um alles einzusetzen und in gewisser Weise eine internationale Orchestrierung zu machen, damit Amerika wieder zu seiner Identität als Verfassungsstaat und als Republik zurückfindet. Denn unser aller Schicksal hängt davon ab.“

Kooperation statt Konfrontation

Das Ziel muß es sein, die jetzige Frontstellung des Westens gegenüber Rußland und China zu beenden und statt dessen mit Rußland, China, den übrigen Staaten der BRICS-Gruppe und deren Verbündeten in aller Welt zusammenzuarbeiten. Dazu müssen natürlich die westlichen Sanktionen gegen Rußland, die sowieso nur auf Lügen beruhen, aufgehoben werden.

Tatsächlich liegt in dieser Zusammenarbeit eine große Chance, die weit mehr bedeutet als bloß ein Überstehen der derzeitigen Krise. „Ich bin wirklich begeistert über das, was die BRICS-Staaten machen“, betonte die BüSo-Vorsitzende. „Das ist eine völlig neue Welt, die allen Grund für Optimismus gibt. Die Projekte, die da jetzt in Gang kommen, der Optimismus der Menschen, der damit erzeugt wird – das ist ganz phantastisch.“

Aber es sei auch allen klar, daß das alles vielleicht nicht ausreichen werde, um die Auslöschung der menschlichen Gattung zu verhindern, wenn Amerika nicht auf den richtigen Weg zurückkehre. „Die Notwendigkeit des Handelns ist akut. Finanzkrach, Gefahr eines großen Krieges aus den Nahen Osten, Veränderung der Lage in Amerika – alle diese Krisen sind brennend und dringend, und ich kann nur sagen: Die einzige Chance, wie wir aus dieser Krise wieder herauskommen, ist mit dem Programm, das wir – die BüSo, das Schiller-Institut – seit 30-40 Jahren verfolgen und was jetzt zum Glück von den BRICS-Staaten in der Realität umgesetzt wird. Da muß sich Deutschland hinorientieren und wenn es das tut, dann wird uns ganz Europa folgen. Und dann können wir auch hoffen, daß wir eine gute Zukunft haben werden. Aber auf dem Zaun sitzen oder als Zaungast jetzt die Sache beobachten, das ist wirklich die falsche Haltung. Treten Sie mit uns in Verbindung, rufen Sie uns an, und helfen Sie uns bei diesem Paradigmenwandel in Deutschland mit.“

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