Die Krise der Landesbank Sachsen war am Montag Hauptthema der deutschen Wirtschaftspresse. Herbert Haasis, Vorsitzender des DSGV (Deutscher Sparkassen- und Giroverband) räumte ein, daß der Sachsen LB ein Betrag von 1,5-2 Mrd. € für Schulden fehlte, die am Ende dieser Woche fällig werden. Dies war der Anlaß der Notsitzung, bei der am Freitag ein Kreditpaket von 17,3 Mrd. € geschnürt wurde. Die Spiegel-Internetausgabe berichtet, daß die Sachsen LB auf dem US-Markt Verluste in der Größenordnung von 500 Mio. € erwirtschaftete, was die Bank dementiert. Das Problem von Banken wie der LB Sachsen ist, daß sie davon ausgehen, daß die AAA-Bewertungen ihrer Papiere bedeuten, daß sie liquide sind; mittlerweile ist es jedoch eine Tatsache, daß AAA nichts mehr bedeutet, da selbst diese Anleihen keine Käufer finden. Die Krise der LB Sachsen erreichte endlich auch Frau Merkel, die von ihrem Ausflug zu Grönlands schmelzenden Gletschern zurückkam. Sie forderte in einem Interview mit BamS vom 19. August Transparanz der Finanzmärkte, wie sie dies ursprünglich am G8-Gipfel vorschlug.
„Wir müssen beispielsweise bei den Hedgefonds künftig wissen, wo das Kapital herkommt und wie hoch die Kreditrisiken sind… Wir haben es oft mit einer nicht mehr durchschaubaren Weiterverwertungskette von Kreditrisiken zu tun, für die am Ende alle haften.“ Zur Frage der Rating Agencies sagte Merkel: „Es muß künftig klar sein, auf welcher Grundlage sie ihre Bewertungen von Unternehmen vornehmen. Das kann keine schwarze Box sein, wo etwas herauskommt, das keiner nachvollziehen kann.“
Da sich die Finanzkrise seit Juni bedeutend verschlimmerte, sind ihre Bemerkungen veraltet. Als Vorsitzende der G8 für das Jahr 2007 sollte sie eine neue Bretton-Woods-Konferenz einberufen, an der die wichtigsten Länder teilnehmen sollten.