In selten klarer Sprache griff der deutsche Landwirtschaftsminister Horst Seehofer die Ausführungen des britischen Finanzministers Alistair Darling an, der die Abschaffung der "Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik" (GAP) verlangt hatte. Darling behauptet, die Abschaffung der GAP würde den außereuropäischen Farmern helfen, weil diese dann mehr Crash crops (für die Ausfuhr bestimmte landwirtschaftliche Güter) in der EU verkaufen und so mehr Geld verdienen könnten.
Horst Seehofer bezeichnete dies laut Financial Times vom 13. Mai als "complete rubbish" – völligen Unsinn. Die Farmer in den Entwicklungsländern bräuchten eine Verbesserung der eigenen Landwirtschaft." "Die Entwicklungsländer müssen in die Lage versetzt werden, mehr Nahrungsmittel für sich selbst zu produzieren." Außerdem müsse man gegen große Landbesitzer vorgehen, die "sich nur darum kümmern, ihre Profite zu maximieren und nicht darum, die lokale Bevölkerung zu ernähren."
Besonders bemerkenswert ist, daß diese Äußerung Seehofers gegen die britische Freihandelspolitik nur in der britischen Financial Times erschien. Keine deutsche Zeitung berichtete darüber. Reicht der Arm des Empire noch so weit?