In den vergangenen zwei Tagen haben europäische und amerikanische Zentralbankiers die Geldschleusen für in Not geratene Banken geöffnet. Damit handelten sie entgegen ihren Ankündigungen vom Dienstag, man werde „nichts unternehmen". Offensichtlich betrachten sie eine systemischen Krise des gesamten Bankensystems als unmittelbare Bedrohung.
Heute morgen sagte Lyndon LaRouche dazu: "[url:“news/larouche-finanzsystem-ist-bereits-zusammengebrochen“]Dies ist die Krise von der ich letzte Woche gesprochen hatte[/url]. Das hat sich nicht verändert. Die Lage hat sich in wenigen Tagen so sehr verschlechtert, daß die Zentralbankiers einlenken mußten. Die Krise überwältigt sie."
- In den USA berichtete Bloomberg, die Federal Reserve habe heute 24 Milliarden US-Dollar an befristeten Reserven in das US-Bankensystem gepumpt.
- Heute morgen berief die Europäische Zentralbank eine Notkonferenz zur akuten Kreditkrise ein und beschloß, eine zusätzliche Kreditlinie an 49 betroffene Banken zu erteilen. In dieser Zeit wurden alle zwischenbanklichen Geschäfte eingestellt. Insgesamt belief sich die Liquiditätsspritze der EZB auf 95 Milliarden Euro. Ein erfahrener französischer Bankier sagte, die EZB sei zu dieser Aktion aufgrund des Druck von Banken, die Geld brauchten, um Verluste in den USA zu decken, gezwungen gewesen. Wie bei den Aktionen der Federal Reserve war das eine spektakuläre politische Kehrtwende, nachdem angekündigt worden war, man werde nichts gegen die Geldverknappung unternehmen.
- Die schweizerische Nationalbank hatte schon gestern umgeschwenkt und schweizerische Banken mit zusätzlichem Geld versorgt, berichteten Finanznachrichtendienste.
- Zunehmend verbreitete Gerüchte sagen, Goldman Sachs liquidiere seinen $9 Milliarden Dollar schweren Global Alpha Fonds. Die Bank selbst bestreitet das. Andere Gerüchte deuten auf einen Ausverkauf des D.E. Shaw Fonds im Werte von 19 Milliarden US-Dollar.
Schon am Dienstag hatte die EZB eine Kreditlinie von 292,5 Milliarden Euro genehmigt. Zusammen mit den schon vor Dienstag verfügbaren Krediten sind jetzt etwa 440 Milliarden Euro von der EZB ins Bankensystem gepumpt worden.
Wie Bloomberg berichtete schrieb Charles Diebel, Leiter für europäische Währungsstrategie bei Nomura International, zur Aktion der EZB: „Niemand weiß wirklich, wie groß die gegenwärtigen Kreditprobleme sind. Das stört das Vertrauen in das System, was die Reaktionen heute früh erklärt." Ina Steinke, Währungshändlerin bei der NordLB in Hannover, sagte: „Jede Bank steht jetzt im Verdacht, und darum ist niemand bereit einem anderen Kredit einzuräumen."
High Frequency Economics schreibt: „Wenn es sich herausstellt, daß die Banken chronisch nervös sind, wenn es darum geht, einander Geld zu leihen, dann können sie sich vorstellen, wie sie darüber denken, Ihnen oder mir Geld zu leihen, oder Firmen und Hedgefonds. Hier ist Vorsicht geboten. Es ist entweder ein falscher Alarm oder ein Wendepunkt in der Geschichte." Dies berichtete auch der Wall Street Journal.