Die Unterschiede zwischen den imperialen Freihandelsinteressen der City of London und der Industrie- und Exportnation Deutschland treten immer deutlicher zutage.
Das Sprachrohr der Londoner City, Ambrose Evans-Pritchard, griff Deutschland jetzt im Daily Telegraph erneut dafür an, der britischen keynesianischen Wirtschaftspolitik nicht zu folgen. "Die Spielregeln besagen, dass Länder mit Außenhandelsüberschuss die [interne]Nachfrage ankurbeln sollen. Deutschland und China tun das nicht. Ihre Handelsüberschüsse des letzten Monats waren 283 bzw. 279 Milliarden Dollar. Diese Länder exportieren Überkapazitäten." Was Pritchard aber wirklich ärgert, ist der deutsche Finanzminister, der "es vorzieht, sich über den krassen Keynesianismus der Briten lustig zu machen."
Auf der Pressekonferenz nach dem Minigipfel zwischen Brown, Sarkozy und Barroso am 8. Dezember hatte Gordon Brown auch verkündet: "Wir stimmen alle darin überein, dass Protektionismus etwas ist, das wir in den nächsten Monaten vermeiden und auch bekämpfen müssen. Wir glauben, daß jede Flucht in Protektionismus die Erholung verzögern würde und die Wiederholung früherer Fehler wäre. Deswegen sind wir überzeugt, dass ein Welthandelsabkommen, das in den nächsten Tagen in greifbarer Nähe liegt, etwas ist, das die Länder dieser Welt mit hoher Priorität verfolgen sollten."
An einem "protektionistischen" oder "Schutz"-system, diesmal für die Realwirtschaft und Bevölkerung der Nationen führt kein Weg vorbei, wenn die Weltbevölkerung und die Weltwirtschaft eine Zukunft haben soll. Was aber nicht gerettet gehört, ist das globalisierte anglo-holländische Finanzcasino – auch wenn Mr. Brown das nicht gern hört.