„London Times“ fordert britischen Außenminister auf, sein „Spiel mit dem Feuer zu beenden“

30.08.2008
„London Times“ fordert britischen Außenminister auf, sein „Spiel mit dem Feuer zu beenden“ admin 30.08.2008

Als Antwort auf die jüngste Rede des britischen Außenministers David Milibands in der Ukraine, in der er sich sowohl für die NATO-Mitgliedschaft der Ukraine und Georgiens als auch für eine "breite Koalition gegen die russische Aggression" ausgesprochen hatte, schrieb selbst die "London Times":

"Was haben sich Großbritannien und Amerika dabei gedacht? Indem sie die NATO tief in die ehemalige Sowjetunion hineintreiben und ein Raketenabwehrsystem in Polen und der Tschechischen Republik unter dem offenkundig falschen Vorwand installieren, der (nicht vorhandenen) Gefahr aus dem Iran etwas entgegenzusetzen, war klar, daß dies die bereits bestehende, beträchtliche Paranoia Russlands noch weiter zu schürt, ohne daß irgendetwas Lohnenswertes dabei herauskommt." Alle Varianten der russischen Meinung – von liberal bis xenophob – betrachteten bezeichnenderweise die Politik des Westen als "haarsträubend".

"Begreift die britische Regierung, mit welchem Feuer sie da spielt? Erinnern sie sich nicht an 1914, als ein lokaler Disput in einen Weltkrieg ausartete?"

Georgien müsse nicht der NATO beitreten, so der Autor. Falls dies geschähe,  wäre damit die Welt wieder in "demokratische und autoritäre Blocks geteilt". Es käme zu neuem Wettrüsten, Wirtschaft werde in Politik verwandelt und die Globalisierung "abgewürgt".

"Ist das, was David Miliband will? Wenn nicht, kann er dann seine Außenpolitik erklären?" Der Verfasser schlägt vor,  daß die Georgier ihren hitzköpfigen Präsidenten durch einen "kühlen Kopf" ersetzen sollten, der die Beziehungen zu Russland reparieren kann. Dann werde sich Rußland beruhigen und man werde "aufatmen können." "Und Herr Milliband könnte mit seinen Äußerungen wieder auf ein vernünftiges Maß zurechtgestutzt werden."

Der amerikanische Politiker Lyndon Larouche wies darauf hin, daß Georgien keinen "kühlen Kopf", sondern einen Präsidenten "mit Kopf" benötige. Und das trifft auch auf die meisten anderen Staatschefs weltweit zu, möchte man hinzufügen.

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