Die City of London, Hauptfinanzzentrum des britischen
Empire, gerät in immer größere Schwierigkeiten. Dies mag eine Erklärung dafür
sein, daß Gordon Brown sich in seinen übereifrigen Bemühungen geradezu überschlug,
noch diese Woche ein Treffen mit Sarkozy und Baroso zustandezubringen.
Wie Ambrose Evans Pritchard im heutigen Daily Telegraph, dem
Sprachrohr der Londoner City berichtet, sind Geschäfte mit grenzüberschreitenden
Anleihen weltweit um 1,1 Billionen Dollar eingebrochen. Davon sind allein die britische
Banken mit 81% (884 Mrd. Dollar) am stärksten betroffen. Auch die Ausgabe von
Obligationen und Wertpapieren ist weltweit um 77% geschrumpft, von über einer Billion
auf 247 Mrd. Dollar. Und die Emission von in Euro gezeichneten Anleihen ging um
94% zurück, von 466 Mrd. auf gerade einmal 28 Mrd. Dollar.
Pritchard weist darauf hin, daß die Londoner City global
gesehen das wichtige Zentrum dieser Aktivitäten sei, nicht nur für die britischen
Banken, sondern auch für amerikanische und viele andere, und fügt im typisch
britischen Understatement hinzu, daß sich ein Kollaps dieser Geschäfte „sehr
unangenehm" für die City auswirken werde.