Die Londoner Sunday Times reflektiert die extreme Besorgnis in gewissen Kreisen Großbritanniens darüber, was ans Tageslicht kommen könnte, käme der Fall BAE vor amerikanische Gerichte. Im Anschluß an eine gekürzte und irreführende Darstellung des BAE-Skandals berichtet die Sunday Times, daß die BAE-Aktien am Tag der Ankündigung der Untersuchung BAEs durch das U.S.-Justizministerium, die zuletzt gestiegen waren, um 8% abstürzten. "Der Sinneswandel im Herzen der City wurde durch den furchteinflößenden Ruf des U.S.-Justizministeriums ausgelöst. Nach dem Gesetz gegen ausländische korrupte Praktiken, dem Herzstück der U.S.-Anti-Korruptionsgesetze, kann die Justizbehörde harte Strafen verhängen."
Die Times diskutiert den Gedanken, daß einige führende BAE-Manager in die USA ausgeliefert werden könnten. Das sei schon bei anderen Fällen vorgekommen, z.B. bei den "NatWest Three", drei Bankern der elitären National Westminster Bank, die in die USA ausgeliefert wurden und dort im Zuge ihrer Beteiligung an der Enron-Affaire vor Gericht standen.
Die USA können jederzeit belegen, daß ihre Gesetzgebung hier greift, denn 36% der Geschäfte von BAE laufen in den USA, und "die Saudi-Deals drehten sich um Zahlungen, die durch die mittlerweile nicht mehr existierende Riggs Bank in Washington getätigt wurden", muß die Times händeringend eingestehen.
"Die Untersuchung des U.S.-Justizministeriums könnte auch zum diplomatischen Alptraum für Großbritannien werden. Der Al-Yamamah-Vertrag wurde zwischen Regierungen geschlossen. Es könnte zu unangenehmen Fragen über das Engagement des Verteidigungsministeriums und seiner Exportagentur Deso (Defense Services Export Organization) kommen."