Lula: Lateinamerika sollte Reserven für Infrastruktur nutzen

25.02.2008
Lula: Lateinamerika sollte Reserven für Infrastruktur nutzen admin 25.02.2008

Der
brasilianische Präsident Lula da Silva hat in einer Rede vor dem argentinischen
Kongreß anläßlich eines Staatsbesuches in Argentinien am 22. Februar darauf
hingewiesen, daß sich seine Regierung, wie auch andere in Lateinamerika, in der
ungewöhnlichen Situation befinde, anstelle eines Schuldners Kreditgeber zu sein.
Daher verfüge man jetzt über Reserven, die größer als die Summe der
öffentlichen und privaten Schulden seien.

Was
sollte mit dem Geld geschehen? Nun, so Lula, „wir sollte anfangen, uns zu
verschulden – nicht, um Geld rücksichtlos auszugeben, sondern um es in
Infrastruktur zu investieren, welche dann die südamerikanischen Entwicklung
fördern wird."

„Wieviele
Brücken müssen wir bauen? Wieviele Wasserkraftwerke müssen wir bauen? Wieviel
müssen wir in Kommunikation investieren? Wieviele Schienenverbindungen müssen
wir bauen, so daß die Menschen endlich glauben, daß das 21. Jahrhundert das Jahrhundert
der Länder wird, die im 20. Jahrhundert keine Chance hatten? Aus dieser
Überzeugung heraus arbeite ich mit Argentinien zusammen … [aus der] Überzeugung
eines florierenden Argentiniens … eine der größten Wirtschaften am Anfang des
letzten Jahrhunderts."

Lula
sagte, daß Lateinamerika eine Möglichkeit gegeben wurde. Es müsse nun seinen
Nutzen daraus ziehen. „Argentinien und Brasilien, Südamerika und Latainamerika
verlangen von uns, zu wachsen, um unseren Wohlstand zu verteilen, um soziale
Gerechtigkeit zu erreichen und damit eine großartige Nation zu werden."

Aber
die Sache sei nicht nur Wachstum alleine, warnte er. Man sehe, was mit
Brasilien in den 70’ern passierte, der Ära des großen „Brasilianischen Wunders".
Lula zeigte, wie auch EIR ausführlich dokumentiert hat, daß am Ende dieses
sogenannten Wunders, „das Land reicher, aber verschuldeter, und daß die Brasilianer
ärmer waren."

„Was also sind die Herausforderung für die lateinamerikanischen
Regierungen des 21. Jahrhunderts?", fragte Lula. Sie müßten nachhaltiges
Wirtschaftswachstum garantieren, welches auch zu einer gerechteren
Einkommensverteilung führen würde, „um das Leben derer, die wir vertreten, zu
verbessern." „Aber", fügte er hinzu, „wir können das nur schaffen, wenn unser
nachhaltiges Wirtschaftswachstum einer Politik von Wachstum und Stärkung der
Binnenmärkte unserer Länder untergeordnet ist. Das ist unsere kommende
Herausforderung."

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