Lyndon LaRouches „Rede zur Lage der Nation“

21.01.2012
Lyndon LaRouches „Rede zur Lage der Nation“ elke 21.01.2012

Im Rahmen des jüngsten LPAC-Internetforums am 18. Januar in Washington hielt der amerikanische Ökonom und Staatsmann Lyndon LaRouche eine „Rede zur Lage der Nation“, da derzeit niemand in Sicht ist, der für die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten qualifiziert wäre, sowohl im Weissen Haus ebenso wie im Kongreß und unter den derzeitigen Präsidentschaftsbewerbern. In der Frage und Antwortperiode zeigte sich dann, wie sehr LaRouches Expertise und Einsicht international gefragt ist . So kamen gleich drei prominente Fragesteller aus Russland; ebenso beantwortete er Fragen aus Argentinien, Italien und Irland, worüber demnächst berichtet werden wird. Der Webcast ist in englisch auf [url:“http://larouchepac.com/sotu2012″]www.larouchepac.com[/url] verfügbar.

Zunächst ging Lyndon LaRouche auf die internationale Weltkrise von 2012 ein, deren Folgen denen von zwei Weltkriegen entsprechen könnten und möglicherweise sogar noch weit Schlimmerem. Damit verbunden sei die Finanzkrise. Er warnte vor der Gefahr eines weltweiten thermonuklearer Krieg, nach dem vielleicht nur wenig Zivilisation am Leben bliebe. Es könne verhindert werden, aber nur von denen, die dazu qualifiziert und in der Lage seien.

Diese Zusammenbruchskrise habe sich schon lange aufgebaut, seit dem Tode Präsident Roosevelts 1945. Die letzte Phase dieses Zerstörungsprozesses seien die Bankenrettungspakete. „Jetzt sind wir an dem Punkt angelangt, wo das ganze Land, ganz Europa, die Vereinigten Staaten und die transatlantische Region überhaupt, in einem tiefen Wirtschaftskollaps versinkt. Wir haben jetzt eine Lage, in der wir ohne Kurswechsel in der Politik keine ausreichende Nahrungsmittelversorgung für die Bevölkerung der Vereinigten Staaten und die Bevölkerung anderer Nationen mehr garantieren können – schon ab diesem Frühjahr.“

LaRouche warnte vor einem „thermonuklearen Krieg“ durch das „Britische Empire“ mit maßgeblicher Unterstützung des derzeitigen Präsidenten, wobei der Militärmacht der USA eine entscheidende Rolle zugedacht sei. Er ging dann auf die Verfassungsbrüche des Präsidenten ein, angefangen mit dem Krieg in Libyen und der Ermordung Gaddafis.Gemeinsam mit Großbritannien, Frankreich und anderen Staaten sei Libyen niedergerungen worden, aber die Briten waren damit nicht zufrieden, daß sich Gaddafi für geschlagen erklärte hatte, ebenso wie der US-Präsident. „Denn ihr Problem war, wie man in Frankreich und anderswo sagte, daß man ihn, wenn er lebte und gefangen gehalten würde, hätte vor Gericht stellen müssen, und wenn man ihn vor Gericht gestellt hätte, dann hätte dies eine Verzögerung beim Vorgehen gegen das beabsichtigte nächste Ziel bedeutet. … Es wurden keine Beweise vorgelegt und kein Prozeß gegen ihn geführt, sondern man hat ihn ermordet, um einen Prozeß gegen ihn zu vermeiden.“ Man habe sich „nicht lange mit diesem Fall aufhalten“ wollen, da die Absicht gewesen sei, sofort im Anschluß Kriege gegen zwei westasiatische Nationen zu führen.

Die eigentliche Absicht sei dabei aber mehr als ein Krieg gegen Syrien und den Iran. „Das war nur ein Nebenschauplatz. Ein Blick auf die Landkarte, auf das östliche Mittelmeer und die Meeresbuchten um den Iran, zeigte die größte Konzentration von Kernwaffenkapazitäten auf dem Planeten, in Form der Streitkräfte der Vereinigten Staaten, Großbritanniens und anderer Mächte. Warum sollten die thermonuklearen Kapazitäten von zwei Großmächten und anderen gegen zwei kleine Nationen zusammengeholt werden – eine relativ sehr kleine Nation, Syrien, und eine, sagen wir mittelkleine, den Iran? Warum? Weil ihr Ziel gar nicht Syrien war, und auch nicht der Iran! Sie richteten sich, wie wir aus den diplomatischen Skandalen wissen, die in Washington und Europa aufgebrochen sind, gegen Rußland und China! Was bedeutet das? Warum sollten Großbritannien und die Vereinigten Staaten und andere Nationen einen Atomkrieg gegen zwei große Atommächte, Rußland und China, vom Zaun brechen wollen? Auch Pakistan ist eine Atommacht, und auch Indien ist eine thermonukleare Macht.“

Dieser ganze Teil Asiens stehe nun durch das Vorgehen von Präsident Obama unter einer tödlichen Bedrohung. Der Krieg habe nur deshalb noch nicht begonnen, weil die Generalstabschefs und andere Institutionen in den USA sich dagegen sperrten, aber sie seien in der Regierung eine Minderheit. „Deshalb müssen wir entsprechend handeln. Wer für das Präsidentenamt kandidiert, aber nicht sagt, daß dieser Präsident Obama nach Abschnitt 4 des 25. Verfassungszusatzes (Amtsunfähigkeit) aus dem Amt entfernt werden muß, ist nicht geeignet, unsere Regierung zu bilden! Diese Leute haben dazu nicht den Mut und die Ehrlichkeit. Man kann ihnen nicht trauen, denn sie weigern sich, ihrer Verantwortung in dem Amt nachzukommen, in das sie gewählt wurden oder gewählt werden wollen. Sie taugen nicht dafür!“

LaRouche bezeichnete den bisherigen Wahlkampf der Republikaner als „Zirkus“ und „Clownshow“. “ Wer von denen ist geeignet für ein Amt in der Bundesregierung? Wer ist geeignet, einen Kandidaten für ein Bundesamt zu wählen, wenn er nicht die Konsequenzen erkennt? … Dieser Wahlkampf in den Vereinigten Staaten in den maßgeblichen Parteien ist bisher eine Farce. Und je schneller wir das erkennen, das auch sagen und danach handeln, desto schneller kommen wir aus dem Schlamassel heraus.“

Die verfassungsgemäßen Maßnahmen

LaRouche sprach dann über die notwendigen grundlegenden Änderungen der Wirtschaftspolitik, wenn man der unmittelbaren strategischen Kriegsgefahr Herr geworden sei:

„… Wir müssen zwei Dinge tun, aber beides folgt derselben Grundidee, demselben Prinzip… Zur Zeit der Massachusetts Bay Colony kannte man hier noch den Unterschied zwischen einem Währungssystem und einem Kreditsystem. Und die Vereinigten Staaten mit ihrer Verfassung beruhen auf einem Kreditsystem.“ Als nach Amerikas Sieg im Revolutionskrieg die Verfassung ausgearbeitet wurde, „griff man den Präzedenzfall der Massachusetts Bay Colony auf, nämlich, ein Kreditsystem einzurichten – kein Währungs- oder Geldsystem. Dieser Kredit bestand einfach aus Krediten der Regierung bzw. des Kollektivs der Regierung der Kolonie an der Massachusetts Bay. Es wurde erlaubt, daß bestimmte Scheine ausgegeben wurden, um die Produktion von Gütern und Produktionsmitteln zu ermöglichen.“ Dieses Kreditsystem sei das in der US-Verfassung vorgesehene System, und jedesmal, wenn die USA von diesem System abwichen, hätte sie das ruiniert.

„Wenn wir einen Aufschwung amerikanischen Stils haben wollten…, bedeutet das, daß wir zum Konzept eines Kreditsystems zurückkehren, wie es in unserer Bundesverfassung vorgesehen ist… Wer die Prinzipien nicht kennt, die dafür sorgen, daß die Vereinigten Staaten gut funktionieren, der ist nicht qualifiziert, irgend jemanden zu beraten, wie man die Vereinigten Staaten regieren soll.“

Die erste der beiden notwendigen Maßnahmen sei die Wiedereinführung des Glass-Steagall-Trennbankensystems. „Aber das wird nicht ausreichen, denn unsere Wirtschaft ist zusammengebrochen… Es ist zwar notwendig, den ganzen Finanzmüll zu entsorgen, und das tut es: Glass-Steagall schafft den Müll auf den Müllhaufen und läßt uns das weiternutzen, was kein Müll ist. Aber das System ist so verrottet, daß selbst Glass-Steagall nicht ausreichen wird, einen wirklichen Aufschwung der amerikanischen Realwirtschaft einzuleiten…

Deshalb müssen wir zu einem reinen Kreditsystem übergehen und wieder von vorne anfangen… Man sagt einfach: ,Wir, die Bundesregierung, geben Kredit aus, so, wie wir das getan haben, als wir nach dem Sieg über die Briten im Revolutionskrieg die Schulden der Vereinigten Staaten übernommen haben. Wir geben Kredit aus – durch die Bundesregierung, keine andere Einrichtung -, um die Anleihen abzudecken, die wir brauchen, um den notwendigen Aufschwung zu finanzieren.“

Allein mit Glass-Steagall gehe dies nicht, denn dann sei man beschränkt auf die Guthaben, die durch Glass-Steagall gerettet werden. „Wenn man einen Aufschwung der Vereinigten Staaten haben will, dann muß man das monetaristische System aufgeben, und genau das haben die Vereinigten Staaten getan, als sie als verschuldete Nation aus dem Revolutionskrieg kamen. Es ist genau das, was Lincoln getan hat, um den Krieg gegen die Briten im Bürgerkrieg zu gewinnen. Es ist das, was Roosevelt getan hat…, in der Absicht, die Vereinigten Staaten und die Welt vor Hitler zu retten.“

Mit diesen Krediten müsse man die Investitionen tätigen, „die vorgenommen und realisiert werden müssen, um die Vereinigten Staaten und ihre Partner unter den übrigen Nationen zu retten… Das sollte die Politik sein, die wir unseren Partnern vorschlagen. So ist es beispielsweise die Absicht Rußlands unter Medwedjew und Putin, eng mit den Vereinigten Staaten und anderen Nationen zusammenzuarbeiten. Und eine solche Vereinbarung mit den Vereinigten Staaten – die natürlich eine Amtsenthebung Obamas voraussetzt – böte die Grundlage, eine große Gruppe von großen und anderen Nationen zu organisieren, um gemeinsam die Weltwirtschaft zu retten. Die Technologien sind vorhanden, wir können das aufholen.“

LaRouche betonte, es gebe also eine völlig rationale, klar verständliche Methode zur Lösung der Probleme. Rußland, China, Korea, Japan und andere Nationen seien bereit, sich anzuschließen. „Worauf warten wir noch? Der größte Teil der Weltbevölkerung wird dabei mitmachen, wenn wir eine Vereinbarung mit zwei oder drei großen Parteien in dieser Sache treffen.“

Das monetäre System

„Das Problem ist: Es gibt eine Theorie hinter diesem Verbrechen. Monetarismus ist ein Verbrechen an der Menschheit. Aber was ist die Theorie dahinter?“ Das reiche weit in die Geschichte zurück. „Damals gab es eine Klasse von Menschen, die sich selbst als ,Götter’ bezeichneten. Man nannte sie tatsächlich ,Götter’ bzw. eine Übersetzung davon mit der gleichen Bedeutung, nämlich, daß es bestimmte Leute gab, die auf dem Planeten herrschten. Sie waren die eigentlichen Menschen, die anderen Menschen galten nicht wirklich als Menschen, man behandelte sie wie Vieh! Das war das System.

Wie haben sie das gemacht? Vor allem haben sie die Mehrheit der Menschen dumm gehalten, und nicht zu zahlreich. Sie haben den wissenschaftlichen und technischen Fortschritt, das Prometheische Prinzip, nicht zugelassen. Man erlaubt der Menschheit nicht, den Gebrauch des Feuers zu erlernen – beispielsweise Kernkraft, die eine Form des Feuers ist. Man hält die Bevölkerung auf bestimmte Grenzen beschränkt, die man toleriert, man läßt sie keine Technologien haben… Und das nennt sich das monetäre System.“

Aber die Menschheit könne diese Politik nicht mehr hinnehmen. „Denn ohne den wissenschaftlichen und technischen Fortschritt und ohne ein Wachstum der Menschheit können wir die Menschheit, so, wie sie existiert, nicht erhalten… Wie z.B. die Dinosaurier, was ist mit den Dinosauriern geschehen? Sie blieben bei ihrem gewohnten Verhalten, und die Natur ist entsprechend mit ihnen verfahren – es gibt sie nicht mehr!“ Deshalb müsse man sich vom Geldsystem abwenden und zu einem Kreditsystem übergehen, damit sich die Menschheit ihren zukünftigen Aufgaben stellen könne.

Die galaktische Frage

„Eines der Dinge, die wir tun werden und tun müssen – einige hier im Saal und anderswo wissen es: Wir werden zum Mars fliegen. Wir werden aber nicht einfach den Koffer packen und zum Mars reisen – so funktioniert das nicht… Wir werden einen Antrieb brauchen, mit dem man Mars von der Erde aus innerhalb einer Woche erreicht. Das ist etwas, woran wir arbeiten werden, das ist etwas, woran ich arbeite. Als erstes muß man erkennen, daß man einen Fusionsantrieb braucht, um zwischen Erde und Mars zu reisen. Und man muß auch erkennen, daß wir, um zum Mars zu kommen, vorher etwas anderes tun müssen, das haben einige deutsche Wissenschaftler schon in den 20er Jahren erkannt: Wir müssen erst zum Mond.

Deshalb zielen wir zuerst auf den Mond ab, wo wir Ressourcen aufbauen, die wir dann mit einem Kernfusionsantrieb über die längeren Distanzen schießen – erst beschleunigen und dann bremsen, ungefähr eine Woche lang. Das ändert alles! Es ändert die Beziehung des Menschen zum Sonnensystem. Es ändert implizit auch unsere Beziehung zum Universum.

Das sind Dinge, die man nicht über Nacht realisieren kann. Aber wir können den Prozeß in Gang bringen, der diese Dinge ermöglichen wird, nicht wahr? Dann sind wir nicht länger arme Menschlein, die angreifbar auf unserem armen Planeten sitzen und auf ihr Aussterben warten. Die Menschheit wird sich durch das Sonnensystem bewegen und Wege finden, um im Sonnensystem zu leben und es sich zu erschließen. Wir werden in die Galaxis eindringen, wenigstens einen Teil der Galaxis, und die Dinge und die Zukunft der Menschheit entwickeln. Das wird lange nach meinem Tod geschehen, aber es wird geschehen, und das ist das wichtige…

Wir müssen das, was die meisten Menschen für menschliches Leben und für den Sinn des Lebens halten, neu definieren. Wir müssen das ändern! Man muß erkennen, daß man vielleicht schon morgen sterben kann, aber bevor man stirbt, muß man etwas für die Zukunft in Gang bringen, was bedeutet, daß das eigene Leben auch noch auf lange Zeit hinaus eine Bedeutung hat. Diesen Wechsel in der Art und Weise, wie die Menschheit über den Menschen denkt, müssen wir heute bewirken…

Wenn Leben an sich einen Sinn hat, dann hat auch das menschliche Leben einen Sinn. Wir dürfen die Menschheit nicht aufs Spiel setzen. Und das vermeiden wir, indem wir uns gemeinsame Ziele der Menschheit setzen… Es gibt ein solches Prinzip der gemeinsamen Ziele der Menschheit. Zu diesen gemeinsamen Zielen der Menschheit gehört etwa ein Bündnis zwischen Rußland und den Vereinigten Staaten, das jetzt möglich ist, wenn man Obama absetzt. Es gibt andere Dinge, die wir tun wollen, gemeinsam mit China, mit Japan. Es gibt so etwas wie die gemeinsamen Ziele der Menschheit bei verschiedenen, jeweils souveränen Nationen.“

Zum Schluß sagte LaRouche, das höhere Prinzip des Rechts und der Souveränität müsse herrschen. Kriege dürfe die Menschheit nicht mehr riskieren. „Das ist das größte Verbrechen! Wenn man die Folgen und die unmittelbare Ursache anschaut, dann begehen sie ein Verbrechen an der Menschheit überhaupt! Und deshalb müssen sie aus dem Amt und aus ihrer Macht entfernt werden. Wir können nicht zulassen, daß solche Leute weiter das Schicksal der Nationen in der Hand halten. Vielen Dank!“

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