Auf der Internetseite der Universität von British Columbia (Vancouver) war gestern ein engagiertes Plädoyer von Prof. Tae Oum für die Magnetbahntechnik zu lesen. "Schwebende Schnellzüge" seien die Alternative zum Flugverkehr mit seinem hohen Schadstoffausstoß, schrieb Oum und fuhr fort: "Eisenbahnenthusiasten, aufgepaßt! Japan bereitet sich auf den Bau des schnellsten Zuges der Welt vor – die Verbindung der Mega-Städte Tokio und Osaka mit einer regionalen Bevölkerungsdichte von mehr als 50 Millionen."
Zwar sei Schanghai weltweit die erste Stadt, in der heute schon ein Magnetschwebezug fährt, aber "wenn es um lange Strecken geht, für die diese Technik entworfen wurde, wird Tokio-Osaka die erste und schnellste sein." Dieses Interesse im Westen Kanadas an der Magnetbahntechnik ist deshalb besonders wichtig, weil das intensiv diskutierte Projekt des Beringstraßen-Tunnels zwischen Rußland und Alaska in direkter Nachbarschaft von British Columbia liegt.
Das Beringstraßen-Projekt war Hauptthema einer vielbeachteten Konferenz des Schiller-Instituts, die Anfang Dezember im kanadischen Ottawa stattgefunden hatte. Engagement für die Magnetbahntechnik zeigte auch der Australier Chris Hale von der Verkehrsfakultät der Universität von Queensland, der zum Jahreswechsel im "Brisbane Journal" einen Artikel veröffentlichte, in dem er die Rückständigkeit des australischen Bahnsystems anprangerte und eine moderne Alternative forderte, die den Anforderungen des 21. Jahrhunderts entspreche: "Das erfolgreiche Schanghaier System wird wahrscheinlich in einer zweiten Ausbauphase erweitert werden.
Auch München ist dabei, die letzten Schritte einer Verbindung zwischen Innenstadt und Flughafen zu realisieren, bei der eine Strecke von 35 Kilometern im Takt von 10 Minuten bedient würde." Techniken wie diese würden auch Australien helfen, die bisher abgelegenen Regionen zwischen seinen Küsten verkehrsmäßig zu erschließen, schrieb Hale.