Am Samstag, den 12.3. demonstrierten rund um den Kongress in Madison/Wisconsin 100.000 Menschen – die größte Demonstration in der Geschichte dieses Bundesstaates. Von überall her, auch aus den Nachbarstaaten waren Menschen angereist, um gegen die Sparpolitik von Gouverneur Scott Walker zu protestieren und deutlich zu machen, daß der Kampf gerade erst begonnen hat. Parallel dazu kam es zu Kundgebungen in vielen anderen Bundesstaaten.
Es waren vor allem Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes, die auf die Straße gingen. Aber es gab auch einen Traktorkonvoi von Farmern aus der Gegend von Madison zur Unterstützung der Gewerkschaften und aus Protest gegen Kürzungen im Gesundheitswesen. Die 14 demokratischen Landessenatoren, die sich vor einigen Wochen in den Nachbarstaat Illinois abgesetzt hatten, um eine Beschlußfähigkeit des Senats über den Haushalt zu verhindern, wurden wie Helden empfangen. Die Republikaner hatten am 9.3. den umstrittenen Gesetzentwurf, der in dem Staat Tarifverträge im öffentlichen Dienst künftig praktisch verbietet, mit einem Trick im Landessenat durchgesetzt: Sie nahmen die konkreten finanziellen Beschlüsse aus der Vorlage heraus, so daß sie über sie auch in Abwesenheit der Opposition abstimmen konnten. Dieses Vorgehen wird nun in mehreren Gerichtsverfahren angefochten.
Auch in Michigan, Ohio und Indiana gibt es massive Proteste, denn auch hier planen die Gouverneure Gesetze, um Arbeitnehmerrechte zu beschneiden, sowie massive Haushaltskürzungen.
In Austin/Texas protestierten am 12.3. etwa 11.000 Menschen, vor allem Lehrer, Schüler und Eltern, vor dem Landtag gegen die Kürzungspläne von Gouverneur Rick Perry, der ein Drittel der Lehrer einsparen will. Typisch war die Aussage eines 12jährigen Mädchens, das auf der
Kundgebung in Texas sprach: „Wir brauchen unsere Lehrer. Wir brauchen
Bücher. Wir brauchen Klassenräume. Wir brauchen auch Musik, Kunst und
Kultur. Wir brauchen das als Nahrung für unseren Geist. Wir haben Angst
um unsere Lehrer und Schüler und unsere Träume."
Am 11.3. folgten Oberschüler in mindestens 19 Staaten einem spontanen Aufruf zum Schulstreik zur Unterstützung ihrer Lehrer.Die ganze letzte Woche über kam es in fast allen Bundesstaaten zu Protesten gegen Kürzungen im Bildungs- und Gesundheitswesen. Krankenschwestern, Lehrer, Schüler gingen massenhaft auf die Straße und machten klar, daß es um die Zukunft geht.