Mehrjähriger Höchststand bei Mais- und Weizenpreisen

31.08.2026
Mehrjähriger Höchststand bei Mais- und Weizenpreisen klaus 31.08.2026

Die Weizenpreise stiegen in der vergangenen Woche um 12,1 % – der größte Anstieg seit März 2022. Weizen-Futures erreichten am 28. August mit 790,25 Cent pro Scheffel zeitweise den höchsten Stand seit Februar 2023 und schlossen 3,1 Prozent höher bei 784 Cent. Die Maispreise stiegen in der vergangenen Woche um 5,5 % und seit Jahresbeginn um 21,8 %, davon über 15 % allein im August.

Die Kriege in der Ukraine und im Iran beeinträchtigen stark die globalen Versorgungswege. Angriffe auf Schiffe und Häfen im Schwarzen Meer und im Asowschen Meer haben die Lieferungen aus zwei der wichtigsten Exportnationen zum Erliegen gebracht, und die Sperrung der Straße von Hormus beeinträchtigt die lebenswichtige Lieferung von Düngemitteln und von Diesel für Landmaschinen.

Der Fall Mais ist bezeichnend. Das US-Landwirtschaftsministerium hatte die Prognosen für US-Maisausfuhren um 75 Millionen Bushel angehoben, in der Hoffnung, die rückläufigen ukrainischen Exporte auszugleichen. Doch als im August aufgrund von Wetterbedingungen und anderen Faktoren die Erträge sanken, versetzte dies den Markt in Aufruhr. Jim McCormick von AgMarket.Net erklärte gegenüber CNBC, die Welt habe darauf gezählt, dass US-Lieferungen die Lücke schließen, und da diese Lieferungen nun in Frage stünden, gehe der Markt „in einen Rationierungsmodus“ über.

Axios betont, dass Weizen ein Grundnahrungsmittel und Mais Tierfutter ist, weshalb die Preise für Fleisch, Milchprodukte und Eier bald nachziehen werden. In den USA sind die Preise für Rindfleisch teilweise bereits um 13,5 % gestiegen, für Tomaten um 12,8 % und für Äpfel um 11,1 %.

Und dies ist nur die erste Welle realwirtschaftlichen Schocks. Axios zitiert einen aktuellen Bericht von J.P. Morgan, wonach die weltweite Lebensmittelinflation in der ersten Jahreshälfte 2027 auf 5 % steigen wird – doppelt so viel wie in der ersten Hälfte dieses Jahres. Bis zur ersten Jahreshälfte 2027 würden sich Ernte- und Preiseffekte noch verstärken, u.a. da die Auswirkungen für die Landwirtschaft denen für den Seetransport 6 bis 12 Monate später folgen.

Quelle: eirna.de

Scroll to Top