Die
deutsche Bundeskanzlerin ist eine Politikerin der kleinen Schritte. Was immer sie an Äußerungen von sich gibt, löst gewöhnlich unter Spitzenbankiers
keine besondere Aufregung aus. Diesmal aber ist es anders – da hat Angela Merkel
nämlich gestern, und ausgerechnet auf dem Berliner Kongreß der neokonservativen INSM (Initiative Neue Soziale
Marktwirtschaft) etwas gesagt, was besonders in London mit großer Verärgerung
aufgenommen wurde. Unter anderem sagte sie in Berlin, die massive Betätigung
der Geldpumpe einiger Notenbanken müsse
rückgängig gemacht werden: "Ich sehe mit großer Skepsis, welche
Vollmachten zum Beispiel die Fed hat und wie sich im europäischen Bereich auch
die Bank of England ihre kleinen Linien erarbeitet hat. Auch die Europäische
Zentralbank hat sich dem internationalen Druck mit dem Aufkauf von Pfandbriefen
schon etwas gebeugt." Anstatt die Schleusen weiter zu öffnen und der
Inflation Vorschub zu leisten, müsse man zu einer "Politik der Vernunft
zurückkehren, ansonsten werden wir in zehn Jahren wieder an genau diesem Punkt
stehen."
Dieser
Seitenhieb gegen die amerikanische und britische Notenbank sowie die EZB
verschaffte Angela Merkel die Titelgeschichte der Financial Times, des Hauptsprachrohrs der
Londoner Finanzwelt (mit Bild), einen weiteren Artikel im Innenteil der
Zeitung sowie einen Kommentar von
Wolfgang Münchau von der Deutschland-Ausgabe der FT: "Frau Merkel ist
Abonnentin derjenigen, die das unfromme, inflationsliebende anglo-sächsische
Finanz- und Wirtschaftsestablishment aller Dinge beschuldigen, die schief
gelaufen sind." Außerdem habe, so betonte die FT gleich mehrfach, die Bundeskanzlerin ein
"Tabu" gebrochen – nämlich daß man in Berlin nicht die Finanzpolitik
Londons zu kritisieren habe. Giftige Kommentare erntete ja schon Bundesfinanzminister
Peer Steinbrück, als er es im letzten Herbst geaagt hatte, die Finanzpolitik Londons
am Vorabend der Washingtoner Krisenkonferenz im November zu kritisieren.
Nun ja,
warum haben die Londoner Finanziers eigentlich so dünne Nerven, daß sie derart
sensibel auf noch ziemlich vorsichtige Äußerungen aus Berlin
reagieren?
Die Banken in London und die unzähligen Heuschreckenfonds, die daran
hängen, sind vermutlich noch bankrotter als offiziell bekannt, und der
Finanzplatz London macht, wenn man genauer hinschaut, ganz den Eindruck eines
"Kaisers ohne Kleider". Im Grunde haben Steinbrück und Merkel nur öffentlich
ausgedrückt, was viele, nicht nur in Deutschland, über London denken. Ist es vielleicht ein Zeichen grundsätzlichen Umdenkens in Berlin?
Merkels
Äußerungen, so die BüSo-Vorsitzende Helga Zepp-LaRouche, bestätigten jedenfalls die Warnungen
vor einer hyperinflationären Politik,
wie sie von der LaRouche-Bewegung schon seit langem zu hören sind. Offenbar
hätten wesentliche Teile der Eliten jetzt erkannt, daß LaRouche mit seiner
Analyse richtig gelegen habe. Nun – unmittelbar vor den Europawahlen ist das
ein weiterer zwingender Grund, BüSo zu wählen, da diese Partei die Leute hat, die das offen ausspricht, was sich die Politiker anderer Parteien
erst mit großer Verspätung zu sagen trauen.