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Merz: „Wir sind noch nicht im Krieg, aber...“ - Wir brauchen eine internationale Friedensordnung!

Von Helga Zepp-LaRouche (zum PDF)

Es fehlen nur noch wenige Schritte der Eskalation, und dann könnten wir in einer unumkehrbaren Katastrophe enden – einem globalen Nuklearkrieg, der alles Leben auf der Erde vernichtet. Auf vielen Schauplätzen der Welt sehen wir, wie die internationale Rechtsordnung sich auflöst und jegliches Vertrauen zwischen den Staaten verschwindet. Militärschläge werden ausgeführt, während angeblich diplomatische Verhandlungen laufen, wie z.B. bei dem Angriff Israels und der USA gegen den Iran oder bei dem israelischen Luftangriff gegen Katar. Die Staaten des Globalen Südens haben jedes Vertrauen in den Westen verloren, weil wir 22 Monate dem Schrecken in Gaza tatenlos zugesehen haben, den die UN jetzt offiziell als Völkermord eingestuft hat.

Die wiederholten ukrainischen Drohnenangriffe auf russische Militärflugplätze im Hinterland wie auf die Luftwaffenstützpunkte Engels und Djagilewo waren Angriffe auf einen Pfeiler der russischen nuklearen Triade, die luftgestützte nukleare Abschreckung. Die russische Militärführung mußte danach davon ausgehen, daß der Westen einen Enthauptungsschlag gegen Rußland plant. Jetzt bringt Präsident Trumps Sonderberater für die Ukraine, Keith Kellogg, die Lieferung von Tomahawk-Marschflugkörpern an die Ukraine ins Spiel, die mit einer Reichweite von mehr als 1000 Kilometern Ziele tief in russischem Territorium treffen könnten. In den USA kündigt Trump an, US-Truppen zur „Aufstandsbekämpfung“ in amerikanischen Städten einzusetzen, und sein „Kriegsminister“ Hegseth fordert die Vorbereitung auf einen Krieg.

In Europa findet eine Aufrüstung statt wie seit den 1930er Jahren nicht mehr, angeblich weil Rußland in spätestens fünf Jahren einen Krieg gegen ein oder mehrere NATO-Staaten plane. Ernsthafte Militärs in Deutschland, Frankreich, Italien und den USA weisen dagegen darauf hin, daß Rußland dazu weder die Absicht noch die militärische und personelle Stärke hat. Was also verbirgt sich hinter der an Hysterie grenzenden Russophobie, mit der Rußland zum Sündenbock für alle realen und erfundenen Übel gemacht wird?

Der wahre Grund liegt darin, daß der Versuch des Westens, nach dem Ende des Kalten Kriegs eine unipolare Weltordnung zu etablieren, nach hinten losgegangen ist. Die ehemals kolonialisierten Länder des Globalen Südens sind nicht bereit, sich weiter dem Diktat der Hegemonie des Westens zu unterwerfen, weil ihnen der in der Geschichte beispiellose Aufstieg Chinas zum ersten Mal die Chance bietet, in der Zusammenarbeit mit der Neuen Seidenstraße ihre eigene wirtschaftliche Entwicklung in die Hand zu nehmen.

Heute kooperieren die Länder des Globalen Südens miteinander beim Aufbau eines neuen Wirtschaftssystems, das ihnen ihre eigene Entwicklung ermöglicht. Wenn wir im Westen nicht so überheblich wären, würden wir uns darüber freuen, daß die Globale Mehrheit endlich die Periode von 500 Jahren Kolonialismus überwindet.

Wir sitzen alle in einem Boot

Wir sind an einem alles entscheidenden Wendepunkt in der Geschichte angekommen. Wir können entweder die geopolitische Konfrontation gegen Rußland und China fortsetzen und eine dritten – diesmal letzten – Weltkrieg riskieren, oder wir entschließen uns, mit dem neu entstehenden Wirtschaftssystem zu kooperieren. Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit sitzen wir in einem Boot: Wir werden entweder zusammen untergehen, oder gemeinsam ein neues, menschlicheres Kapitel der Universalgeschichte aufschlagen. Deswegen müssen wir gegen die geschürte Kriegshysterie aufstehen, zahlreich, mit Hunderttausenden Menschen auf der Straße – wie Anfang der 80er Jahre.

Aber das ist nicht genug. Wir müssen die geopolitischen Kriegsursachen überwinden und gemeinsam mit dem Globalen Süden die großen Herausforderungen der Menschheit – Armut und Unterentwicklung – meistern. Nur wenn wir den Staaten des Globalen Südens helfen, ihr wirtschaftliches Potential zu entwickeln, können wir die Flüchtlingskrise auf humane Weise lösen.

- Bauen wir eine Friedensbewegung für eine neue gerechte Weltwirtschaftsordnung auf!

- Nein zur militärischen Aufrüstung in Europa!

- Nein zur Stationierung von nuklearen US-Mittelstreckenraketen in Europa ab 2026!

- Für die Errichtung einer globalen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur!

- Für die Verwirklichung einer Gemeinschaft für die Zukunft der Menschheit!

 

- Das Flugblatt wurde bei den Demonstrationen am 3. Oktober verteilt. -