Militarisierung zerstört die zivile Wirtschaft

26.10.2025
Militarisierung zerstört die zivile Wirtschaft root 26.10.2025

In einem Interview mit der Online-Zeitschrift German Foreign Policy vom 22. Oktober erklärte der französische Ökonom Claude Sefati, dass Rüstungsausgaben weniger Wachstum und weniger Arbeitsplätze generieren als Investitionen etwa in zivile Infrastruktur oder in das Gesundheitswesen. Militärausgaben trügen nicht zum „Wachstum des Reichtums“ bei, so Serfati, der am Institut de Recherches Economiques et Sociales (IRES) in Paris tätig ist. Dem Artikel zufolge habe die Fokussierung einer Regierung auf die Rüstungsindustrie „ökonomisch ernste Nachteile“ und könne langfristig sogar zum „Niedergang“ eines Landes führen.

Im Gegensatz zu Investitionen in die zivile Infrastruktur kommen Waffen laut dem französischen Experten nicht der Produktion anderer Güter zugute. „Ein Panzer, eine Rakete, ein Kampfflugzeug kehren nicht in den Prozess der makroökonomischen Reproduktion zurück, wie es beispielsweise ein Ausrüstungsgut tut oder eine Maschine, die verwendet wird, um andere Güter herzustellen.“ Ein Vergleich der Statistiken aus Deutschland, Italien und Spanien zeige auch, dass Ausgaben für Umwelt, Bildung und Gesundheit mehr Arbeitsplätze schaffen als Ausgaben für Verteidigung. Darüber hinaus erklärte Serfati, dass der Beitrag der Verteidigung zum technologischen Fortschritt insgesamt „oft überschätzt“ werde. Sein Heimatland Frankreich falle gerade wegen seiner „traditionellen Fokussierung“ auf Rüstung zurück.

Lesen Sie dazu auch die BüSo-Broschüre: Aufbau statt Kriegswirtschaft 

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