Der Leiter der Clinton-Kampagne, Terry McAuliffe, griff am letzten Sonntag das Democratic National Committee, dessen Vorsitzender Howard Dean ist, scharf an. Es habe seine eigene Regeln im Fall der Vorwahlen in Florida und Michigan verletzt und damit eine nicht notwendige Krise in der Partei verursacht. Der Vorwurf McAuliffes, der früher einmal selbst Vorsitzender des Demokratischen Leitungsausschusses DNC war, deutet an, daß er darauf hinarbeitet, Dean als Vorsitzender des DNC abzusetzen.
Howard Dean hatte sich mit einem hysterischen Auftritt während seiner Präsidentschaftskampagne für die Demokraten 2004 die Bezeichnung ‚Howard Scream‘ verdient. Nun erging er sich in einem Fernsehinterview im ‚Late Edition‘ des Senders CNN über die Qualifikationen des Republikaners John McCain im Bezug auf die Außenpolitik und hob diese deutlich über die von Barack Obama hervor – ein offenbar sehr ungewöhnliches Verhalten für den Vorsitzender der Demokratischen Partei.
Dem Sender CBS sagte McAuliffe, die Regeln des DNC erlaubten, daß bis zur Hälfte der Delegierten eines Bundesstaats abgewiesen werden können, wenn dieser Vorwahlen wider den Vorschriften des DNC abhält. Hätte das DNC sich auf diese Regel berufen, so hätte Clinton das gebilligt. Aber durch Deans Vorgehen, die gesamten Resultate der Vorwahlen in Florida nicht zu berücksichtigen, sei ohne Not eine Parteikrise geschaffen worden und Dean habe den Willen der demokratischen Wähler in Florida und Michigan vollständig ignoriert und sie damit entmachtet.
Laut McAuliffe wolle Senatorin Clinton nun die volle Teilnahme der Delegierten aus Florida und Michigan beim Bundesparteitag der Demokraten durchsetzen. Sie werde ihre Nominierungskampagne fortsetzen, um die Rechte jener Delegationen zu sichern. [Im Fall Florida war das Datum für die Vorwahlen der Demokratischen Partei von dem von Republikanern kontrollierten Landtag festgesetzt worden, worauf die Demokratische Partei keinen Einfluß hatte.]
McAuliffe setzte hinzu, daß gegenwärtigen Befragungen zufolge Clinton in Florida den Republikaner John McCain mit 10% Vorsprung besiegen würde, während Obama McCain mit genauso viel Stimmen unterläge.