Der nächste Schritt in der Evolution der Menschheit

21.09.2010
Der nächste Schritt in der Evolution der Menschheit admin 21.09.2010

Alicia Cerretani vom LaRouche-Aktionskomitee LPAC führte am 5.August das folgende Interview mit drei Mitgliedern des Basement-Wissenschaftsteams der LaRouche-Jugendbewegung über ihre Arbeitam NAWAPA-Projekt. [url:“http://www.larouchepac.com/node/15408]Das Video in englischer Sprache sehen sie hier.[/url]

Alicia Cerretani: Wir möchten heute etwas genauereingehen auf die Natur des NAWAPA-Projektes, um zu klären, was wir da in Gangsetzen und welche Zukunft die Vereinigten Staaten mit diesem Projekt habenwerden – die Zukunft der Vereinigten Staaten, die Zukunft des Planeten, dieZukunft des Sonnensystems und darüber hinaus.

Nun, wie LaRouche gestern [am 4. August] in unserem WeeklyReport gesagt hat, gibt es drei Dinge, die sofort getan werden müssen:Erstens muß Obama entlassen werden. Er muß noch vor den Novemberwahlen [für denKongreß] abgesetzt werden, am besten schon morgen.

Zweitens müssen wir das Glass-Steagall-Gesetz wieder inKraft setzen, genau so, wie Franklin Roosevelt es getan hat. Keine Tricks! DasBankensystem muß gesäubert werden, der Müll muß hinaus.

Und drittens werden wir, wenn das geschehen ist, in der Lagesein, mit NAWAPA zu beginnen, der Nordamerikanischen Wasser- und Strom-Allianz.

Und bei NAWAPA – wenn Sie auf unserer Internetseite waren,dann haben Sie gesehen, welches Gebiet dieses Projekt umfaßt. Aber es geht auchum eine noch grundlegendere Frage, auf die wir hier eingehen werden, die dieBevölkerung begreifen muß, damit es durchgesetzt werden kann.

Denn Tatsache ist, daß wir, seit Präsident Roosevelt 1945gestorben ist, zwar immer noch Dinge gebaut haben – wir hatten einRaumfahrtprogramm, in aller Welt gab es große Ingenieursleistungen. Aberinsgesamt gab es einen Nettoverlust, wir arbeiteten mit Verlusten. Und bei alldiesen Infrastrukturprojekten, die durchgeführt wurden, bei allen diesenPlanungen und all dieser Wissenschaft, bei all den staatlichen und privatenAusgaben für diese Infrastrukturprojekte fehlte etwas. Es fehlte etwas unddeshalb befinden wir uns jetzt in einer großen Krise.

Wir haben also unser Basement-Team darauf angesetzt,herauszufinden, was genau da gefehlt hat und wie man diesen jahrzehntelangenVerfallsprozeß umkehren kann – nicht bloß, weil wir es tun müssen, sondern weilwir es können.

Womit ich daher anfangen möchte, ist folgendes: In denletzten beiden Monaten habt ihr im Basement und in einigen Ableger-Gruppen imganzen Land einen wichtigen Durchbruch in Bezug auf einen Schlüsselaspekt vonLaRouches Ökonomie gemacht. Das war das sogenannte „Tensor-Projekt“. Und ichlasse euch jetzt erklären, worum es bei dem Tensor-Projekt ging, und dann, wieNAWAPA als Programm eine Ergänzung dazu ist, die sich aus diesem Durchbruchergab. Vielleicht könnt ihr einfach ein paar Dinge dazu sagen.

Eine kommunizierbare Idee der Wirtschaftswissenschaft

Sky Shields: Nun, im Kern geht es eigentlich darum,zu einer kommunizierbaren Idee der Wirtschaftswissenschaft zu gelangen. Was istwirklich notwendig, um eine Volkswirtschaft wiederzubeleben? Gegenwärtig gibtes alle diese Diskussionen über die „Schaffung von Jobs“ etc., als wäre das dasProblem, als würde man durch die Schaffung von „Jobs“ irgendetwas lösen. Esist, als würde man einer Person, deren Nervensystem geschädigt ist und diedeshalb nicht mehr laufen kann, sagen: „Nun, die Lösung ist, dich zum Laufen zubringen.“ Und dann rollen sie ihn die Treppen hinauf und hinunter und sehen, obsie ihn dadurch zum Laufen bringen. Das wird das Problem nicht lösen. Es magdie optische und physische Wirkung haben, daß man die Treppen hinauf- undhinunterkommt, aber es wird nicht das Problem lösen, das man langfristigangehen muß, und das wird für den Patienten nicht gut sein.

Wir befinden uns derzeit in einer ähnlichen Lage mit demVersuch, „Jobs“ an sich zu schaffen, ohne zu betrachten, was eine wirklicheWirtschaft eigentlich ist, und ohne zu versuchen, sie zum Leben zu erwecken.Wir werden das Problem so nicht lösen, wir werden die Fähigkeit der Wirtschaft,zu überleben, langfristig nur noch mehr schädigen.

Was wir jetzt getan haben, war, diese Fallstudie zu nehmen -das, was wirklich den nächsten Schritt darstellt, den nächsten wirtschaftlichenSchritt in der Evolution der menschlichen Gattung, und das ist NAWAPA. Das istein Projekt, einen großen Streifen der Biosphäre zu nehmen, der bisher Mängelhatte und zu einer Wüste verkümmert war, und ihn zu begrünen, indem man allesnimmt, was für die Funktion der Biosphäre wichtig ist, es entsprechendaufstockt und sie in Gebiete bringt, die sie bisher von sich aus nichterreichen konnte. Das ist das, was Wernadskij als die wirkliche Rolle, diewirkliche Funktion der Noosphäre bezeichnet hat. Die menschliche Aktivität,unsere Rolle besteht darin, die Biosphäre in Regionen zu bringen, die sieansonsten nicht erreichen könnte, und mit den Wüsten anzufangen und dann zumMond und zum Mars zu gehen, um Leben dorthin zu bringen, wo das Leben bishernicht existieren konnte.

Cerretani: Ja. Es ist ganz wichtig, daß es hier nichtbloß um ein Arbeitsbeschaffungsprogramm geht. Die Menschen werden Arbeitbekommen, es wird Beschäftigung geben, und eines der Dinge, über die wir heuteschon gesprochen haben – und LaRouche hat das auch in seinem Weekly Reportangesprochen -, ist, daß es eine unglaublich große Zahl von Arbeitslosen gibt,hier in den Vereinigten Staaten, überall im ganzen Land, in Bundesstaaten wieWashington oder Kalifornien, wo Roosevelt sein „Vier-Ecken-Programm“ hatte odereinige seiner New-Deal-Projekte. Daraus gingen z.B. solche Firmen wie Boeingoder Luna Manufacturing hervor. Aber nachdem Roosevelt gestorben war und dieWirtschaft weltweit zu einer monetaristischen Politik überging, da machtendiese Orte den Niedergang mit. Ich meine, die Fabriken sind vielleicht noch da,aber wir haben jetzt den Punkt erreicht, wo diese Leute keine Arbeit mehrhaben. Wir haben qualifizierte Arbeiter, wir haben Ingenieure, wir habenWissenschaftler, die alle noch irgendwie ausharren. Und diese Regierungverspricht ihnen einen „Aufschwung“, aber bisher redet sie nur davon.

Was ich gerne wissen möchte, Cody, vielleicht könntest dudas mal beschreiben: Was ist das Arbeitspotential, das wir dort haben?

Cody Jones: Nun, die ersten Berichte, die wirerhalten haben, besagen, daß allein in den letzten fünf bis zehn Jahrenbuchstäblich Hunderttausende von qualifizierten Menschen – Maschinisten,Menschen, die die Maschinen herstellen, die dann in die elektrische Ausrüstung,in die Produktionsausrüstung einfließen -, daß die ihre Arbeitsplätze verlorenhaben und arbeitslos wurden. Viele davon sind an der Westküste und könntensofort zu diesem Projekt herangezogen werden. Die Idee ist also, daß dieseLeute die höchste Schicht in der Bevölkerung darstellt – intellektuell und nachihrer Produktivität, ihren Fähigkeiten. Das sind die Leute, an die sich diesesProjekt richtet. Sie werden verstehen, was wir meinen, sie werden bis zu einemgewissen Grad seinen Umfang verstehen, sie werden verstehen, was dazu notwendigist, sie werden in der Lage sein, diese Idee zu ergreifen, sie werden wissen,worauf das abzielt, sie werden die Absicht dahinter begreifen.

Dann werden sie zur Basis in der Bevölkerung, die in derLage ist, die Massen von Millionen Menschen zu organisieren, die arbeitslosoder unterbeschäftigt sind und in ihnen ein vertrauenswürdiges Element derFührung in der Bevölkerung sehen werden. Sie werden sagen: „Okay, dieser Kerlhat die Qualifikationen, er weiß, wovon er redet, er versteht, was da abläuft.Er ist mein Nachbar, ich sehe ihn immer in der Kirche“ – oder wo auch immer -„ich vertraue dem, was er sagt. Wenn er sagt, daß das gut ist, dann werde ichdas so annehmen.“

Cerretani: Richtig, der macht mir nichts vor, wie dieRegierung Obama.

Jones: Richtig, genau. Und das ist die Schicht, ausder wir eine organische Führung bekommen werden in diesem Massenstreik-artigenPhänomen, das wir jetzt erleben und über das wir gesprochen haben.

Ein kontinentales Wassersystem

Cerretani: Nun zu dir, Merv. Eines der interessantenDinge bei NAWAPA ist, daß wir über einen ganzen Kontinent reden. Wir reden hiernicht bloß über das amerikanische Volk, wir reden auch über Kanada und Mexiko.Und es ist interessant – ein interessantes Gedankenspiel – einfach denKontinent als Kontinent zu betrachten, und nicht bloß als drei verschiedeneLänder mit einer unterschiedlichen kulturellen Entwicklung etc.

Wie sieht das aus, wenn man den ganzen Kontinent betrachtet?

Merv Fansler: Nun, ich denke, NAWAPA selbst – dieTatsache, daß es nicht verwirklicht wurde – ist fast ein Paradigma. Es zeigt,wie wir uns hätten entwickeln sollen, aber nicht haben, und warum wir es heutemit dem Kollaps zu tun haben, in dem wir uns befinden.

Denn NAWAPA kam auf – es mußte aufkommen, weil es keineMöglichkeit gab, lokal damit umzugehen, beispielsweise mit den regionalenWasserproblemen innerhalb eines bestimmten Flußeinzugsgebiets. Und vor allem inKalifornien kam vieles davon auf, wo sie Wasser aus einem Teil eines Flußgebietesnahmen, und es in eine andere Region brachten, die mehr Wasser brauchte. Aberoft lief es darauf hinaus, daß man die Quellregionen austrocknete, und man nahmeinigen Orten das Wasser weg, um es an anderer Stelle aufzufüllen.

Und die Ralph M. Parsons Co., die NAWAPA entwickelt und dasKonzept ausgearbeitet hat, erkannte, daß es keine Möglichkeit gab, dieseWasserknappheiten regional zu beheben, insbesondere wenn man anfing, diePrognosen zu betrachten, was notwendig sein würde, um die Industrien weiterzuentwickeln,bei einer weiter wachsenden Bevölkerung. Sie sagten, nun, es gibt keineMöglichkeit, das in einem begrenzten Gebiet zu lösen. Der einzige Weg, wie wiruns das vorstellen können, ist, an ein wirklich kontinentales Wassersystem zudenken, an ein geradezu globales Wassersystem.

Sie stellten dann fest, daß es möglich war, das Wassersystemdes gesamten Kontinents in einer Weise zu regeln, bei der man nicht bloß Wasseran einer Stelle stahl, um es anderswo zu nutzen, sondern den ganzen Wasserflußzu organisieren, also auch die Wege, in denen sich die Wasserkreisläufebewegen. Und was sie erkannten, war, daß es dieses riesige Gebiet im Nordwestendes Kontinents gibt, nämlich in Alaska und dem Yukon-Territorium [in Kanada]bis hinab nach British Columbia, wo es gewaltige Niederschläge gibt,Niederschläge, die einen großen Teil der Niederschläge darstellen, die über demgesamten Kontinent niedergehen. Und daß das meiste von diesen Niederschlägeneinfach in den Pazifik oder in das Arktische Meer fließt. All dieses Wasserfließt im Grunde bloß ab, ohne dort in die lokalen Prozesse hineingezogen zuwerden, es wird nicht von Pflanzen aufgenommen, der Regen fließt einfach in denOzean.

Sie haben sich also dieses Gebiet angesehen, und sagten,nun, es gibt dort wirklich natürliche Konturen, natürliche Erhebungen desGeländes und Grenzlinien, die es uns erlauben, wenn wir an bestimmten StellenDämme errichten und das Wasser umleiten, diesen Wasserfluß so umzuordnen, daßdieses Wasser den gesamten Kontinent durchströmt, ganz Nordamerika – also ganzKanada, hinab in die Vereinigten Staaten bis hin nach Mexiko. Es würde denRocky Mountains folgen: In den Rocky Mountains gibt es Gräben, die sie teilen,es gibt riesige Täler, in die man diesen Wasserstrom lenken kann, damit esanfängt, in die Vereinigten Staaten zu fließen, und von dort aus kann es dannerneut umgelenkt werden, um die Wasserprobleme des Westens zu lösen – dieProbleme im fernen Westen, an den dortigen Küsten, aber auch in den zentralenLandesteilen, die bisher völlig unterentwickelt sind.

Dies sind, wie Sky schon sagte, trockene Regionen, es sindWüsten, und bisher wird in diesen Gebieten nichts getan. Sie sind sehrineffizient, die Biosphäre ist dort sehr ineffizient, zum jetzigen Zeitpunkt.

Indem wir dort Wasser hinbringen und dazu die Strömeumlenken, werden wir die Art und Weise verändern, wie dieser Kontinent inWechselwirkung steht – nicht bloß mit seinen eigenen Wasserflüssen, sondern wiedieser Kontinent in Wechselwirkung mit der gesamten Biosphäre steht.

Cerretani: Wir haben also nicht bloß ein Problem derArbeitslosigkeit in unserer eigenen Bevölkerung, wir haben auchArbeitslosigkeit des Wassers und unbeschäftigtes Sonnenlicht und unbeschäftigtekosmische Strahlung.

Das ist ein sehr überzeugender Teil einer Erklärung, die ihrgerade verfaßt und veröffentlicht habt („NAWAPA vom Standpunkt der Entwicklungder Biosphäre“, Neue Solidarität 34/2010). Aber das ist wichtig, denndadurch ist es nicht bloß eine Frage von Arbeitsplätzen. Ihr redet davon, zu deramerikanischen Idee zurückzukehren, daß man zwei oder drei Generationen in dieZukunft vorausschauen muß. Erstens, weil diese biologischen Prozesse, von denenihr redet, so lange Zeit brauchen. Und zweitens, damit wir an unsere Enkel undan die Enkel anderer Leute denken.

Wie würde das funktionieren? Was für Folgen hat es, wenn manall dieses Wasser in die Wüste bringt, und was kommt da ins Spiel?

Die biogene Migration der Atome

Shields: Es ist wichtig, da einen Blick drauf zuwerfen. Das erste, was die Leute haben wollen, ist ein wirkliches, lebendigesGefühl von dem, was Wladimir Wernadskij die „biogene Migration der Atome“nannte. Wir haben das in unseren jüngsten Video-Produktionen auf unsererInternetseite erwähnt, und wir werden das immer wieder tun. Denn es istwirklich ein wichtiges Konzept, das die Menschen verstehen müssen, in Bezug aufdie Rolle der Biosphäre und die Rolle eines Organismus, eines lebendenOrganismus, und die Rolle des Denkens.

Wenn man es so betrachtet, dann kann man einen lebendenOrganismus nicht als ein Objekt, als ein Ding betrachten. Es ist angemessener,einen lebenden Organismus als einen Fluß zu beschreiben, in dem es einenständigen Durchfluß gibt. In erster Annäherung hat man einen ständigen Zustromund einen ständigen Abfluß. Aber es ist nicht wie bei einem Auto, wo man Benzineinfüllt und Abgase herauskommen. Das wäre nur wahr, wenn beim Tanken dasBenzin zum Auto würde und dann Teile des Autos zu Abgasen. Denn das ist es, wasder Organismus tut: Das, was man aufnimmt, das ist er – „du bist, was du ißt“.Es wird zum Organismus – und das, was herauskommt, das war der Organismus. DerOrganismus ist etwas Einmaliges in einem ständigen Fluß – es gibt kein Objektals solches, es gibt kein „Ding“, das man als „den Organismus“ bezeichnenkönnte. Die Substanz liegt in dieser personifizierten Form des Prozesses.

Aber wenn man dann heraus zoomt und das ansieht, was allediese lebenden Prozesse tun: Indem sie dieses Material aufnehmen und wiederherauspumpen und es transformieren, während es Teil des Organismus ist,verwandeln sie es aus nicht-lebender in lebende Materie, und was am anderenEnde herauskommt, sind diese, wie wir es nennen, „biologischen Fossilien“,diese fossilen organischen Materialien der Biosphäre.

Aber wenn man jetzt diesen Fluß, der durch den Organismusgepumpt wird, betrachtet, dann erkennt man, daß die Pumpe einen Materialflußdurch die gesamte Biosphäre pumpt. Man betrachtet die Bildung, die Entwicklungder Ozeane der Erde, die Entwicklung der Erdatmosphäre – all das wird durchdiesen Fluß durch diese lebenden Organismen erzeugt. Und wenn man anschaut, wiedas abläuft, dann erkennt man, daß diese Dinge – diese Atmosphäre, die Ozeane,das Material auf dem Festland – ein einziges, ständig fließendes, sich änderndesSystem sind, weil es vom Leben und lebenden Prozessen angetrieben wird.

Man kann bestimmte wesentliche Abläufe verfolgen – siewerden oft als Zyklen beschrieben, etwa als „Kohlenstoff-Zyklus“: Wenn manbetrachtet, wie die Pflanzen das Kohlendioxid aufnehmen, wo es durch diePhotosynthese festgehalten wird. Und es gibt komplexe Kohlenhydrate, komplexereorganische Moleküle, die von höheren Organismen aufgenommen werden, die siekonsumieren und zu einem Teil ihres Körpers machen; dann werden sie wieder ausgeschieden,durch einen Prozeß der Atmung, als Methan, Kohlendioxid oder als Abfallprodukteund wieder zurück in die Atmosphäre, um dann den Zyklus von neuem zudurchlaufen. Man fängt an, diese unglaublichen Zyklen der Flüsse und derTransformation von Material im globalen Maßstab zu sehen, die den Planetenaufbauen und seine Oberfläche verändern, die Geographie des Planeten verändern.

Das gleiche sieht man beim Wasser und dem, was oft als der„Wasserzyklus“ bezeichnet wird, wo man zunächst einen Prozeß der Verdunstungüber den Ozeanen sieht, aber auch überall, wo es Pflanzen und tierisches Lebengibt, einen Prozeß der Freisetzung von Wasserdampf. Das findet seinen Weg bisin die Atmosphäre, wo es Wolken bildet, atmosphärisches Wasser wird, das sichdort bewegt und sich dann vorzugsweise an bestimmten Orten der Erdeniederschlägt, auf Böden, in Flüsse gelangt, von wo es zum Teil wieder inlebende Prozesse aufgenommen wird, um dann von diesen lebenden Prozessenentweder gleich wieder ausgeschieden zu werden oder in den Ozeanzurückzugelangen. Und da haben wir wieder einen ständigen Materialfluß, dersich durch die gesamte Biosphäre bewegt – in diesem Fall als Wasser.

Nun, die Frage, über die wir hier reden, ist die: Wie machtman diesen Prozeß nutzbar? Wie nutzt man diesen Zyklus, und steuert ihn so, daßer wirksamer wird. Und das ist einer der großen Schwindel, der ins Spiel kommt,wenn man über NAWAPA oder Wasser im allgemeinen redet: Die Leute tun so, alswären das Vorräte von Wasser, die wir verbrauchen; als versuchte man, irgendwoWasser zu finden und es dort wegzunehmen. Das tun wir, wenn wir uns falschverhalten, wenn wir, wie Merv es sagte, uns auf ein einzelnes Flußeinzugsgebietbeschränken, dann plündern wir dieses Gebiet, denn dann reden wir nicht davon,den ganzen Zyklus zu gestalten, man versucht lediglich, das zu nehmen, wasschon da ist.

Aber wenn man den gesamten Prozeß betrachtet, und wenn wirsagen, wir werden ihn umlenken, wie wir es mit NAWAPA tun, dann nimmt man einenTeil dieses Zyklus, der ein relativ großer, langer Zyklus ist vom Ozean zurAtmosphäre, auf den Boden in Alaska und zurück in den Ozean, und stattdessenwerden wir eine ganze Reihe von Dingen in diesen Zyklus einbauen. Wir werdendiesen Zyklus nehmen und ihn durch diese ganze Wüstenregion lenken, wo dieBiosphäre hin will, aber bisher nicht wirklich in der Lage war, das aus eigenerKraft zu schaffen. Man lenkt ihn durch dieses Gebiet, und damit werden wir dieMenge nützlichen Lebens vermehren, bevor er sich wieder schließt und wiedernach Alaska gelangt, um dann wieder hinunterzufließen und den Prozeß von neuemzu beginnen.

Das ist die Art von Transformation, von der wir reden. Dasist es, was wir meinen, wenn wir sagen, wir werden NAWAPA als Projekteinsetzen.

Ein einziger dynamischer Prozeß

Jones: Ich denke, ein wichtiger Zusatz dazu, der inall dem, was du sagtest, enthalten ist – ich denke, einer der fundamentalenBeiträge, die Wernadskij zur Wissenschaft leistete, ist es, zu erkennen, daßdiese drei Phasenräume, die auf der Erde existieren – der abiotische, derbiotische und der noetische – tatsächlich keine isolierten Prozesse auf derErde sind, sondern eine sehr enge und prinzipielle Beziehung zur Sonne haben,und zum Kosmos insgesamt: Es ist ein einziger, dynamischer Prozeß. Das isteigentlich eine Idee, die vom Leibniz-Riemannschen Konzept der Dynamik, der analysissitus, übernommen ist: daß man es mit einem fortlaufenden System derWechselwirkung zu tun hat, und daß die Biosphäre die Strahlung der Sonne undanderen Quellen, wie die kosmischen Nebelflecke und ähnliche Phänomene braucht,die diesen Prozeß der Photosynthese antreiben.

Das ist es, worauf die photosynthetischen Pflanzenzurückgreifen, und dann transformieren sie diese Energie in eine höhereEnergiedichte, worüber Lyn [Lyndon LaRouche] gerne redet, um dann diesen Prozeßder Gestaltung und der Transformierung der Biosphäre und der Atmosphärevoranzutreiben und eigentlich zu schaffen, und die Beziehung des Lebens zurSonne und zum Kosmos durch diese Art von – wie du sagtest – Nebenprodukten,diese Fossilien biotischer Aktivität, ständig umzugestalten.

Cerretani: Ich frage mich, ob Wernadskij auch überSolaranlagen geschrieben hat. Gibt es dafür in diesen drei Phasenräumenirgendeinen Platz?

Shields: Das fällt unter die Rubrik „Blödsinn“.

Cerretani: Ja, und auch die Windmühlen.

Shields: „Das ist es, was passiert, wenn man meineBücher nicht liest“, würde Wernadskij sagen. Wenn man nicht versteht, wie dieBiosphäre funktioniert, dann baut man Windmühlen und Solaranlagen.

Cerretani: „Und wenn ihr meine Bücher gelesen habt,dann werdet ihr all diese Windmühlen und Solaranlagen, die es gibt, zerstören.“

Shields: „Ihr werdet sie zerschlagen.“

Cerretani: Ihr werdet sie zerschlagen, richtig!

Jones: Solarzellen – dahin sperrt man Grüne, die dieGesetze brechen, die Ökoterroristen.

Cerretani: Ja, genau. (Heiterkeit.)

Nun das ist die biogene Migration der Atome, und du hastgesagt, wir sagen es oft, daß die Biosphäre so funktioniert. Es gibt vieleBiologen, viele Hydrologen, viele Ingenieure. Aber was fehlt – um auf den Punktzurückzukommen, den ich anfangs gemacht habe: bei dieser Diskussion über dieInfrastruktur fehlt, daß man erkennen muß, welche Rolle die Infrastrukturspielt, in Bezug auf die Biosphäre und auf das übrige Sonnensystem und darüberhinaus. Wir müssen all das bedenken, denn damit müssen wir umgehen.

Und das ist die Aufgabe der Regierung, die Aufgabe desamerikanischen Volkes, zu verstehen, womit wir es hier zu tun haben. Das mußder Maßstab sein, wir können uns nicht mit weniger zufriedengeben. Die Menschenkönnen ihre Phantasie wachrufen, denn wir haben es mit einer ganz großartigenSache zu tun, und die Zukunft steht uns weit offen. Es wurde schon gesagt, daßwir so etwas bisher noch nie getan haben. Aber das sollten wir. Soweit ichweiß, sollte dies nach der TVA [Tennessee Valley Authority] das nächste großeProjekt sein. Wir sollten weitergehen und unseren Teil dieses Landes umwandeln,um das zu tun.

Aber wir haben nicht nur hier in den Vereinigten Staaten solcheDinge, die in den Schubladen liegen, wir haben das gleiche auch in Rußland. Wirreden hier über Kontinente – den ganzen Nahen Osten, für den wir Verantwortungübernehmen können.

Ja, es gibt eine wirklich üble Kraft auf diesem Planeten,die versucht, diese Dinge zu verhindern, aber ein großer Teil davon beruht bloßdarauf, daß einige der fundamentalen wissenschaftlichen Prozesse, die ablaufen,nicht bekannt sind, und diese Fragen werden sich stellen, wenn wir uns so etwaswir NAWAPA vornehmen und es angehen.

Ich denke, das faßt unsere Diskussion ganz gut zusammen.Habt ihr noch etwas, was ihr ansprechen wollt, in bezug auf die Auswirkungen,oder etwas anderes, was eurer Meinung nach notwendig ist?

Ein Geschenk für die Menschheit

Shields: Ich meine, bloß das offensichtliche, womitdu angefangen hast, und das ist: Ohne die Absetzung des jetzigen Präsidentenund ohne die Wiedereinführung des Glass-Steagall-Standards, ohnewirtschaftliche Regulierungen, die es den Menschen erlauben werden, sich so zuverhalten, wie sie sich verhalten sollten, um diese verrückten Spekulationen zubeenden und dieses verrückte Kasino-System aufzukündigen, wird nichts davonmöglich sein.

Aber wenn wir das tun, dann werden all diese Dinge möglich. Diewirtschaftliche Aktivität, sobald diese Maßnahmen getroffen sind, wird unglaublichsein.

Jones: Und, wie Lyn sagte: NAWAPA ist, in seinerweiteren Auswirkung, wirklich das Mittel, wodurch große Teile unsererBevölkerung ihre Unsterblichkeit verwirklichen können. Es ist ein gesetzmäßigerProzeß, ein Teil der natürlichen, anti-entropischen Entwicklung unseresUniversums, und indem man sich daran beteiligt, trägt man etwas bei zurunendlichen Entwicklung der menschlichen Gattung im Universum. Es ist alsowirklich ein Geschenk für die Menschheit, und es wäre kriminell, wenn man denMenschen die Gelegenheit nähme, ein solches unsterbliches Selbstverständnis zuhaben.

Cerretani: Und damit das klar ist: Die Absetzung vonObama ist ein Teil des NAWAPA-Projektes.

Fansler: Ja. Lyn hat betont, daß das eines derwirksamsten Dinge ist, die wir tun können, um die Ära nach Obama einzuläuten,nämlich, den Menschen ein Gefühl davon zu vermitteln, worum es eigentlich geht.Und das wird die Frage auf den Punkt bringen, das wird ihn aus dem Amtvertreiben: Denn je mehr die Menschen verstehen, wohin wir gehen müssen, und jemehr sie eine Vision für die Zukunft haben, eine Vision der Beteiligung an derUnsterblichkeit der Menschheit, dann werden sie bereit sein, zu handeln, undsie werden eine Umgebung schaffen, in der er gehen wird. Und dann wird dieseVision verwirklicht werden.

Cerretani: Nun, ich denke, das amerikanische Volk istbereit dazu, die Biosphäre ist bereit dazu, und ihr im Basement seid auchbereit. Setzen wir also Obama ab und fangen wir an!

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