In seinem [url:“artikel/washington-d-c-25-juli-2007″]Internetforum vom 25. Juli[/url] erklärte Lyndon LaRouche die Gesetzmäßigkeit des gegenwärtigen Finanzkrachs indem er die „Buchdeckel" oder Grenzbedingungen an beiden Enden der Krise erläuterte. An einem Ende hat man die ursprüngliche Kreditvergabe, an dem anderen wird mit diesen ursprünglichen Krediten über Fremdkapitalaufnahme eine bis zu zehnfache Hebelwirkung erzielt, wonach sie durch Banken erneut verliehen werden, um Spekulationsgeschäfte wie fremdfinanzierte Unternehmensübernahmen oder Börsengänge zu finanzieren.
Die ursprüngliche Kreditvergabe hing in den letzten Jahren sehr vom sogenannten Yen-Carry-Trade, in dem bei sehr niedrigen Zinssätzen japanische Yen geliehen wurden, und vom US-Hypothekenmarkt ab. Doch nun ist der Yen-Carry-Trade eingebrochen und die Hypothekenblase ist geplatzt. Das Geld, das die Banken am anderen Ende verleihen würden, ist einfach nicht mehr da. Das Ergebnis davon ist, daß eine weltweite Spekulationsblase, die sich entweder exponentiell ausweiten muß oder platzt, in sich zusammenbricht.
Wie LPAC und die BüSo bereits berichteten, werden im Augenblick die fremdfinanzierten Unternehmensübernahmen schneller wieder abgesagt als sie angekündigt werden können. Von den geschätzten 500 – 600 Milliarden US-Dollar, die von Banken schon für zukünftige Übernahmen eingeplant wurden, wird der größte Teil niemals verfügbar sein. Beispielsweise mußte Kohlberg, Kravis & Roberts (KKR) die Übernahme der britischen Einzelhandelskette Alliance Boots absagen. Und die Banken, die als Vermittler der Übernahme der Chrysler Corporation durch den Hedgefonds Cerberus tätig waren, mußten sich mit 95% des Nennwertes der veräußerten Anleihen zufrieden geben, um nicht auf den ganzen 2 Milliarden US-Dollar sitzen zu bleiben.
Jetzt ist obendrein aus demselben Grund die Blase der spekulativen Börsengänge geplatzt. Nachdem die Vermittlerbanken bei den Hypothekenanleihen und anderen dubiosen Geschäften schwere Verluste einstecken mußten, haben sie einfach nicht mehr das Geld. Allein in diesem Jahr sind an der Wall Street schon Börsengange im Werte von 37,9 Milliarden US-Dollar abgesagt oder verschoben worden. Bisher sind noch 230 Börsengänge für dieses Jahre geplant.
Unter den Firmen, die ihren Börsengang verschoben oder abgesagt haben, befindet sich auch KKR, die noch kein Datum für Ihren Börsengang im Werte von 1,25 Milliarden US-Dollar angekündigt hat.
Andere verschobene oder abgesagte Börsengänge sind:
- Cunico Resources, die Minen in Osteuropa und Sambia betreiben. Sie wollten Aktien im Werte von 600 Millionen US-Dollar an der Londoner Börse verkaufen, entschlossen sich aber Reuters zufolge, das Geschäft zu vertagen,
- SAF-Holland, ein Teilelieferant für LKWs in Deutschland, der seinen Aktienverkauf im Wert von 200 Millionen US-Dollar abgesagt hat,
- der Hedgefonds Third Point, der einen Börsengang im Wert von 690 Millionen US-Dollar absagte,
- Diamond Circle Capital, die einen erwarteten Aktienverkauf im Umfang von 400 Millionen Dollar absagten, und
- Quark Pharmaceuticals, die gestern ihren Börsengang an der Nasdaq absagte.