Ich kandidiere für den Bundestag, weil die allbestimmende Ideologie der Freien Marktwirtschaft mit dem Zusammenbruch der „Globalisierung" vollständig gescheitert ist.
Denn eine Volkswirtschaft besteht nicht aus einem einzigen Markt, der möglichst ungehindert, also frei „fließen" muß. Vielmehr ist eine erfolgreiche Volkswirtschaft immer projektorientiert.
Deutschlands jetzige, schwindende Wirtschaftsstärke ist das Ergebnis solch einer Projektorientierung aus vergangenen Tagen. Dieses Projekt hieß Wiederaufbau und war von der Absicht geleitet, die deutsche Bevölkerung aus Armut und Hunger zu holen. Dank des Marshallplans und eines regulierten Währungssystems – und viel Schweiß – gelang es, das „Wirtschaftswunder" zu schaffen, was nur die verwundert, die sich noch nicht mit den Prinzipien physischer Ökonomie beschäftigt haben, wie sie von Friedrich List, Henry Carey, Robert Friedlaender-Prechtl, Wilhelm Lautenbach und Lyndon LaRouche verstanden waren und sind.
Wir können zu diesen ökonomischen Prinzipien zurückkehren, allerdings nicht in der Weise, daß wir eine „Insel des Wohlstands" bleiben; vielmehr müssen wir es uns mithilfe der Kenntnis von wahrer Ökonomie zur Aufgabe machen, allen Nationen (!) das Recht auf Entwicklung zu gestatten. Deswegen wird der langerwartete „Aufschwung" nur unter einem regulierten internationalen Währungssystem kommen. Der jetzt vor sich gehende Wirtschaftskollaps kann nur politisch gestoppt werden. Kein Herumdoktern, keine Reförmchen werden die Weltwirtschaftsordnung retten können. Wir brauchen eine neue, gerechte Weltwirtschaftsordnung.
Ich sehe es als meine persönliche Aufgabe, mich für diese neue, gerechte Weltwirtschaftsordnung politisch im Bundestag einzusetzen, wie ich es schon bereits seit Jahren auf der Straße im Dialog mit der Bevölkerung tue. Durch Gespräche mit der ganzen Bevölkerung bin ich mir im Vergleich zu den meisten anderen Bundestagsabgeordneten besser im klaren über das schiere Leid des Volkes und die Frustration über die gegenwärtige Politik der Volksvertreter. Ich bin mir im Gegenzug aber auch im klaren, daß es meist nicht bloße Korruption ist, die die Wurzel der Ignoranz und Unfähigkeit der politischen Klasse gegenüber solchem Leid bildet. Es ist eher eine Art Gruppenverhalten, die die Politiker am klaren Denken oder an mutigen Entscheidungen hindert. In den meisten Fällen erinnert die Debatte im Bundestag an ein Fußballspiel, wo man seiner „Mannschaft" zujubelt und die gegnerische ausbuht. Wenig Vernunft ist sichtbar und hörbar bei solchen Diskussionen. Es dreht sich im Bundestag also nicht, wie eigentlich zu erwarten ist, um große Staatskunst, sondern um kleine Interessen.
Diese Illusion, die sich Politik nennt, ist gemeinsam mit dem Zusammenbruch der Globalisierung in ihre Endphase getreten. Längst ist den Bürgern klar, daß die etablierten Parteien sich trotz Rechts-Links-Geschwafels vollständig gleichen. Es ist deswegen Zeit für eine Revolution, für ein neues Zeitalter der Vernunft.
Ich bin wie die Bundesvorsitzende der BüSo, Helga Zepp-LaRouche, der Überzeugung, daß Deutschland in Europa und der Welt eine Aufgabe hat. Nämlich ein produktiver Motor zur Entwicklung der Nationen zu echten Industrienationen zu sein. Deutschland kann viel leisten dank seiner jahrhundertalten Industrie- und Wissenschaftstradition. Wir könnten mithilfe eines neuen weltweiten Kreditsystems im Sinne eines Neuen Bretton Woods endlich den Hunger in der Welt beenden. Dafür werde ich einstehen.