Neues von der Kernfusion aus Deutschland

27.04.2026
Neues von der Kernfusion aus Deutschland klaus 27.04.2026

Das Münchner Unternehmen Proxima Fusion unterzeichnete eine Absichtserklärung mit dem Freistaat Bayern, RWE und dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik über den Bau des weltweit ersten kommerziellen Stellarator-Fusionskraftwerks auf dem Gelände des ehemaligen Kernkraftwerks Gundremmingen. Proxima Fusion erhielt kürzlich eine Finanzierung in Höhe von 113 Millionen Euro, womit sich die Gesamtfinanzierung auf 385 Millionen Euro aus Quellen wie Siemens Energy Ventures und dem European Innovation Council Fund beläuft.

Der Stellarator „Alpha“ wird ein Demonstrations-Reaktor sein und voraussichtlich 2030 in Betrieb gehen. Man erwartet, dass er der erste Stellarator sein wird, der einen Nettoenergiegewinn erzielt – das heißt, mehr Energie produziert, als zugeführt wurde. Er soll wichtige Fusionstechnologien unter realen Bedingungen testen und validieren, was kürzere Entwicklungszyklen ermöglichen und zum Bau eines kommerziellen Kraftwerks, dem Stellaris, führen soll.

Das heiße Plasma in einer Fusionsanlage muss durch leistungsstarke Magnete eingeschlossen werden, um es zu stabilisieren und eine Fusionsreaktion zu erzeugen. Ein gängiger Ansatz ist das Tokamak-Design, das eine Donut-förmige Konstruktion mit riesigen externen Magneten nutzt, um das Plasma einzuschließen. Der Stellarator verfügt über ein einzigartiges Design, bei dem der innere Torus selbst verdreht ist, und verwendet ebenfalls Magnete – was in der Konstruktion und im Bau aufwendiger ist, aber eine stabilere Plasmaführung ermöglicht.

Die Herausforderung liegt nicht nur im physikalischen Design, sondern auch in der industriellen Produktion. Die Magnete werden aus Spezialstahl hergestellt und müssen mit hoher Präzision bearbeitet werden. Das erfordert Experten, die computergesteuerte Werkzeugmaschinen bedienen können, darunter Bohr-, Fräs- und Drehmaschinen. In Deutschland gibt es schätzungsweise 550.000 dieser Maschinisten, doch angesichts des Niedergangs der Industrie im Land ist unklar, wie effizient der Stellarator gebaut werden kann.

Quelle: eirna.de

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