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Nord- und Südkorea beweisen: Friedenspolitik ist möglich!

Die Eröffnungsveranstaltung der Olympischen Winterspiele am letzten Freitag im südkoreanischen Pyeongchang war erneut ein Musterbeispiel für die geopolitische Voreingenommenheit und Inkompetenz der ARD, die sich auf der gleichen Wellenlänge bewegte wie das absurde Verhalten von US-Vizepräsident Pence.

So hielt es die ARD noch nicht einmal für nötig, sich auf eine Übersetzung des südkoreanischen Vorsitzenden des Olympischen Komitees aus dem Koreanischen vorzubereiten und der ganze Tenor der beiden kommentierenden Journalisten lief darauf hinaus, die Bedeutung der gemeinsamen Teilnahme nord- und südkoreanischer Sportler und der hochrangigen Regierungsdelegation aus Nordkorea abzuwerten – als Propaganda für Nordkorea. Dabei schreckte das Team sogar nicht davor zurück, dem südkoreanischen Staatspräsidenten Moon Jae In vorzuwerfen, er setze mit dieser Eröffnungsfeier „zu sehr auf den Moment“ und nicht so sehr „auf die Spiele“. Daß auf der Ehrentribüne des Olympiastadions Staatspräsident Moon Jae In und Kim Yo Jong, die Schwester von Nordkoreas Kim Jong Un, den gemeinsamen Einmarsch der Athleten beider Länder bei der Eröffnungsfeier mit dem Motto "Frieden in Bewegung" beklatschten, sich die Hände reichten und weitere Gespräche angekündigt wurden, war eine Tatsache, die der ARD offenbar gar nicht gefiel.

Die gesamte Eröffnungsinszenierung war von einer positiven Zukunftsperspektive geprägt: so erlebten fünf Kinder während des vielfältigen Programms verschiedene Abenteuer zusammen mit mythologischen Tieren – was die reiche Geschichte, Kultur und Geographie Koreas eindrucksvoll beleuchtete und von einem phantastischen Ausblick auf kommende technologische Revolutionen gekrönt wurde und die Kinder von heute in der Zukunft zeigte. Auch die klassische bel-canto-Gesangskunst war vertreten mit der wunderbar gesungenen Olympischen Hymne der südkoreanischen Opernsängerin Sumi Hwang (die übrigens im Bonner Opernensemble arbeitet).

In diesem optimistischen Kontext war es äußerst bewegend zu sehen, wie die nordkoreanische Eishockeyspielerin Hwang Chung Gum und der südkoreanische Bobfahrer Won Yun Jong den Einzug des gemeinamen koreanischen Teams (mit 22 nordkoreanischen Sportlern) anführten und gemeinsam die Vereinigungsflagge schwenkten – was die 35.00 Gäste im Stadion zu „standing ovations“ bewegte. Nur Vizepräsident Pence und seine Frau standen dabei nicht auf.

Und schliesslich trugen als Höhepunkt die Eishockeyspielerinnen Park Jongah (Südkorea) und Jong Su Hyon (Nordkorea) gemeinsam die Olympische Fackel eine hell erleuchtete Treppe hoch und übergaben sie der südkoreanischen Eiskunstläuferin Kim Yuna , die dann das Olympische Feuer entzündete. Und dieses Mal symbolisiert das Olympische Feuer noch viel mehr – den Funken der menschlichen Kreativität!

Es ist genau diese Fähigkeit, die Chance eines welthistorischen Moments zu ergreifen, um eine strategische Veränderung zu schaffen – in diesem Fall die Gefahr einer thermonuklearen Konfrontation zu bannen und ein dauerhaftes Friedens- und Entwicklungsparadigma zu ermöglichen. Daß China, Russland, Südkorea, Nordkorea, aber eben auch Präsident Trump im Hintergrund dazu beigetragen haben, daß es zu diesem Fortschritt kam, können deutsche Medienvertreter mit eingebauter „Master's Voice“ natürlich nicht zugeben. Heinrich Heine hätte zu diesem Phänomen wohl gesagt: "Wie eng, wie englisch"...