Immer mehr Artikel in der amerikanischen Presse, und das keineswegs nur im republikanischen "gegnerischen Lager", widmen sich der geistigen Verfassung von Senator Obama. Nachdem Deutschland gerade eine "Obamanie" erlebt hat, ist diese Tatsache hier besonders interessant.
Tags zuvor hatte sich Dana Milbank von der Washington Post schon mit diesem Thema beschäftigt, und am 31. Juli fragte sein Kollege David Montgomery: "Ist Obama der EINE?" In seinem gleichnamigen Artikel vergleicht Montgomery das Auftreten Obamas dann mit der Hauptfigur in Matrix, Neo; mit König Arthur, Superman, Anakin Skywalker, Harry Potter und dem von der Band "The Who" geschaffenen Charakter Tommy.
Montgomery schreibt:„ Der Eine ist der, welcher die Antwort hat und die Welt erretten wird. Er wird die Veränderung bringen, an die wir alle glauben können. Doch um der EINE zu sein, muss man viele Prüfungen bestehen, weil zuerst niemand an Dich glaubt. König Arthur beispielsweise musste Excalibur aus dem Fels ziehen. Als der EINE wird man von der dunklen Seite in Versuchung geführt, so wie Anakin Skywalker und man hat Zweifel an seinen eigenen Kräften, wie Neo…. .“
Dann beschreibt der Autor das Verhalten Obamas, das ihn zu solchen Gedanken veranlaßt. Es scheine so, als ob sich Barack Obama vor Auftritten spielerisch selbst das Bild des EINEN vor sein geistiges Auge rufe. So zum Beispiel in der Vorwahlkampagne in New Hampshire, als er scherzend zu den Zuhörern gesagt hatte: „Ich versuche in den nächsten 20 Minuten, so überzeugend zu sein, das ein Licht auf Sie herabscheinen wird. Sie werden eine Offenbarung erleben und werden sich sagen – ich muss Barack wählen."
Oder: „Ich bitte euch zu glauben. Und zwar nicht nur, daß eine Veränderung in Washington möglich ist, sondern auch an euch selbst.“ Montgomery stellt dem die Aussage von Neo in Matrix gegenüber: "Ich weiss, ihr habt Angst … Ihr habt Angst vor Veränderung. Ich kenne die Zukunft nicht. Ich bin nicht gekommen, Euch zu sagen, wie dies alles enden wird. Ich bin hierhergekommen, um euch zu sagen, wie es beginnen wird … Eine Welt ohne Regeln und Kntrollen, ohne Grenzen oder Begrenzungen. Eine Welt, in der alles möglich ist."
Alles in allem legen die Autoren nahe, daß Herr Obama an einer merkwürdigen Art von "Selbstüberschätzung" leidet.