Das Weiße Haus unter Präsident Obama setzt sich energisch dafür ein, daß die Senatsvorlage S. 506 – „Gesetz zur Einschränkung der Nutzung von Offshore-Steuerparadiesen und mißbräuchlicher Steuerschlupflöcher zur unangemessenen Vermeidung von Bundessteuern und für andere Zwecke" – verabschiedet wird, um die „Offshore"-Einkommen von Steuerflüchtlingen aufzudecken und zu besteuern. Die Menge des unbesteuerten Vermögens in den Offshore-Zentren des Britischen Finanzempire, in der Schweiz und Liechtenstein wird derzeit auf bis zu 13 Billionen Dollar geschätzt. Die USA verlieren pro Jahr ca. 100 Mrd. $ an Steuereinnahmen.
2006 hatte Barack Obama als damaliger Senator von Illinois zusammen mit Sen. Carl Levin (D-Michigan) bereits einen inhaltlich identischen Antrag eingebracht.
Die Kampagne des Weißen Hauses, die „Bankgeheimnis-Paradiese" des Britischen Offshore-Empire zu öffnen, bringt Obama „auf Kollisionskurs mit [dem britischen Premierminister] Gordon Brown", wie der Londoner Guardian am gleichen Tag berichtete. Auch im Gegensatz zu Deutschland und Frankreich widersetzen sich die Briten einer Öffnung der Offshore-Bankzentren. Der Guardian schreibt, Levins Gesetz sei "ein schwerer Schlag für Jersey, die Cayman-Inseln und die Schweiz." Die meisten Offshore-Bankzentren befinden sich unter dem Schutz Großbritanniens (oder der Niederlande).
Brown steht jetzt unter enormem Druck der Londoner City und der Offshore-Zentren, diesen „Schlag" gegen das imperiale Finanzsystem aufzuhalten. Auch wenn der Guardian dies nicht erwähnt: In seiner Zeit als Finanzminister wurde er auch as "Minister für Steuerflüchtlinge" bezeichnet, da er die britischen Offshore-Geldzentren mit ihren Derivaten und anderen faulen Schulden schützte. Brown lehnte die Regulierung der Banken in der City of London immer ab, was seine verbalen Beteuerungen vor dem G-20 Gipfel im April in London, er wolle ja auch "mehr Transparenz", nicht gerade glaubwürdiger erscheinen lassen.
Das erste Indiz, daß Präsident Obama die „Sonderbeziehung" zwischen den USA und Großbritannien zurückgestellt hat, war seine Entscheidung, noch vor seiner Amtseinführung die Büste Winston Churchills, die Großbritannien dem Weißen Haus unter George Bush überreicht hatte, aus dem Oval Office zu entfernen und an die britische Botschaft zurückzuschicken. Er ersetzte sie durch eine Büste Abraham Lincolns, der die Konföderation der Südstaaten – eine Marionette des Britischen Empire – besiegt hatte. Am 3. März sagte Obama dann eine gemeinsame Pressekonferenz mit dem in Washington weilenden Premierminister Gordon Brown ab, bei der Brown für seinen Bankenrettungsplan werben wollte.
Der amerikanische Ökonom Lyndon LaRouche und sein Politisches Aktionskomitee (LPAC) begrüßten die Senatsvorlage und die Unterstützung durch das Weisse Haus mit den Worten "Exzellent, weiter so!"