Präsident Obama verurteilte heute die Bonuszahlungen des Versicherers AIG in Millionenhöhe als empörend und wies US-Finanzminister Tim Geithner an, dies mit rechtlichen Mitteln zu stoppen. „Warum sollten Derivathändler Boni aus Steuergeldern erhalten?,“ fragte Obama.
Der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates New York kündigte mittlerweile in einem Brief an AIG an, die Bonuszahlungen zu untersuchen, da sie gegen New Yorker Gesetze verstoßen haben könnten. AIG machte allein im 4. Quartal 2008 62 Mrd. $ Verlust und hat vom Finanzministerium mittlerweile 175 Mrd. $ und mehr bekommen. Jetzt bezahlte die Firma 165 Mio. $ an Boni an genau die "Finanzanlageexperten" der AIG Finanzprodukteabteilung in London, die die Holding mit ihren Kasinowetten auf Kreditderivate ruiniert haben.
Der gegenwärtige Vorstandsvorsitzende von AIG, Edward Liddy, war früher im Vorstand von Goldman Sachs und wurde nach dem Kollaps von AIG vom damaligen US-Finanzminister Hank Paulson, selber früher Goldman Sachs, mit dieser Aufgabe betraut. Liddy mußte nun am 16. 3. die Empfänger von ca. 105 Mrd. $ Zahlungen aus "Rettungspaketgeldern" benennen, die unter Paulson angeordnet worden waren. Der größte Gewinner? Goldman Sachs mit 13 Mrd. $, Deutsche Bank 12 Mrd.$ , Societe Generale 12 Mrd. $ etc.
Der amerikanische Ökonom und Staatsmann Lyndon LaRouche begrüßte Obamas Mut, der die Situation verändert habe. Obama habe nicht einfach dasitzen und zusehen können, wie seine Präsidentschaft scheitert. "Er musste reagieren – Das ganze System wäre untergegangen! … Der Präsident hätte seine Autorität verloren, wenn er diesen Schwindel durchgelassen hätte. Und wenn der Präsident seine Autorität verliert, gibt es keine Möglichkeit, aus dieser globalen Krise herauszukommen.“
Es dürfe keine Einschüchterung und kein "Psychomaganement" des Präsidenten geben. "Wenn jemand zu ihm kommt und sagt: ´Aber, Herr Präsident, Sie müssen folgendes tun …,´ muss er klare Worte finden. „Moment mal, seit wann sind Sie der Präsident?´" Diese Leute müsse man in ihre Schranken weisen. Dann werde ihn das amerikanische Volk unterstützen, wie sie einst Roosevelt unterstützten. Tue er das nicht, so LaRouche, werde er alles verlieren.