Während seiner Pressekonferenz am Abend des 9. Februars beantwortete US-Präsident Obama eine Frage zum Zustand der Wirtschaft und seiner eigenen Glaubwürdigkeit, indem er die gegenwärtige Kampagne gegen Roosevelts Wirtschaftspolitik aus den Kreisen des American Enterprise Instituts (AEI) aufs Korn nahm.
Diese "nostalgische" Kampagne, wie sie auch in Deutschland von den Neocons und Neoliberalen geführt wird, verleugnet bewußt den historischen Faktor, daß ohne Roosevelts beherztes Eingreifen gegen die Finanzoligarchen der City of London und der Wall Street, die Mussolini und Hitler in Europa unterstützten, damals der Faschismus auch in Amerika freie Bahn gehabt hätte. Diese Kampagne muß auch aus dem Hintergrund gesehen werden, daß die von Lyndon LaRouche 2008 initiierte Forderung nach einer "Pecora-Kommission" in den USA immer mehr an Fahrt gewinnt.
In der Zeit von 1933-34 wurde unter Roosevelt die "Pecora-Kommission" gegen diejenigen eingesetzt, die für den damaligen Bankenkrach und der Großen Depression verantwortlich waren. So sollen auch die Verantwortlichen des gegenwärtigen Kollapsprozeßes zur Rechenschaft gezogen werden.
Der Präsident sagte: „Wir gehen gerade durch die schlimmste Wirtschaftskrise seit der Großen Depression. Ein Teil der Kritik zielt tatsächlich auf nichts anderes als überhaupt gegen das Eingreifen der Regierung in dieser Krisenperiode." Es gebe einige, die wirklich davon überzeugt seien, daß die Regierung sich generell nicht in die Marktwirtschaft einmischen solle. Obama: „Und tatsächlich gibt es einige, die behaupten, daß FDR falsch lag, als er zur Zeit des New Deal eingriff. Sie kämpfen Schlachten, die ich schon seit geraumer Zeit für erledigt gehalten hatte.“
Am Vormittag war eine Anzeige der britischlastigen "Liberalen" des CATO-Institutes, die sonst mit George Soros gemeinsame Sache machen, um die Drogenlegalisierung voranzutreiben, in der Washington Times veröffentlicht worden. Darin wurde behauptet, "höhere Regierungsausgaben unter Hoover und Roosevelt" hätten "die Volkswirtschaft der Vereinigten Staaten nicht aus der Depression der 1930er Jahre geholt". Die Anzeige war von über hundert Wirtschafts-"Experten" u.a. der Chicagoer Universität und des Hoover-Instituts unterzeichnet worden.
Wer wissen will, wie die konstruktive Seite des Kampfes um die Ausrichtung der amerikanischen Wirtschaftspolitik aussieht, dem kann nur empfohlen werden, sich den gestrigen Webcast mit Lyndon LaRouche anzuhören, der einen Dialog mit der Obama-Administration zu diesem Thema darstellt (archiviert auf dieser Seite).