Omanischer Außenminister: eine neue Sicherheitsarchitektur für den Golf

17.07.2026
Omanischer Außenminister: eine neue Sicherheitsarchitektur für den Golf klaus 17.07.2026

Der omanische Außenminister Sayyid Badr Al Busaidi hat in einem Gastbeitrag, der am 13. Juli in Le Monde veröffentlicht wurde, eine neue Sicherheitsarchitektur für die Region des Persischen Golfs gefordert, die den Iran einbezieht. Alle acht Golfländer, also die Staaten des Golf-Kooperationsrates sowie Iran und Irak, so Busaidi, hätten „in unterschiedlichem Maße und mit unterschiedlichen Schwerpunkten – vitale nationale Interessen und bedeutende internationale Verantwortlichkeiten für die Sicherheit des Golfs, den sie gemeinsam nutzen“. „Alle acht müssen daher in jeden Prozess einbezogen werden, der zu einer neuen Sicherheitsordnung führt; alle müssen einen Beitrag leisten, sich beteiligen und Verantwortung übernehmen.“

Das bedeute ernsthafte, möglicherweise schwierige Gespräche über die Zukunft, sowie pragmatische Entscheidungen. So müsse man beispielsweise alte Annahmen darüber beiseite lassen, welche Sicherheitspartnerschaften den acht Golfstaaten für sich selbst und die internationale Gemeinschaft helfen und welche unerwünschte Schwachstellen mit sich bringen.

„Dies erfordert zumindest eine ehrliche Bestandsaufnahme der Beziehungen zu mächtigen Freunden und Verbündeten wie den Vereinigten Staaten. Nicht, um diese Beziehungen – die auf tiefen historischen Grundlagen beruhen und vielversprechende zukünftige Zusammenarbeit bieten – aufzugeben, sondern vielleicht, um sie neu auszurichten, damit sie besser mit der strategischen Realität übereinstimmen, die der jüngste Krieg offenbart hat. Wenn Inklusion die Eindämmung [des Iran] als Kernprinzip der regionalen Sicherheitszusammenarbeit ablösen soll, was ist dann die beste und konstruktivste Rolle für Freunde wie die Vereinigten Staaten?“

Al Busaidi bricht mit der Politik der Iran-Eindämmung der letzten viereinhalb Jahrzehnte. Diese beruhte seiner Ansicht nach auf der falschen Prämisse, der Iran stelle eine existenzielle Bedrohung für die arabischen Golfstaaten und westliche Interessen dar. Das habe sich durch den jüngsten Krieg als Mythos entpuppt. „Die schwerwiegendsten Sicherheitsbedrohungen der Golfregion gehen nicht von der Golfregion selbst aus, sondern von Entscheidungen und Handlungen außerhalb der Region, vor allem in Tel Aviv“, argumentiert er.

„Der Krieg war eine Katastrophe“, schließt Al Busaidi. „Es gab kein UN-Mandat und er hat keines seiner angeblichen Ziele erreicht. Sollte er jedoch endlich den Eindämmungs-Mythos in der Golfregion ad acta legen, gibt es Anlass zu Optimismus, dass an seiner Stelle etwas Besseres entwickelt und ein beinahe ein halbes Jahrhundert alter Fehler korrigiert werden kann.“

Quelle: eirna.de

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