Opel retten? Dann baut Kernkraftwerke!

19.06.2009
Opel retten? Dann baut Kernkraftwerke! admin 19.06.2009

Während Wirtschaftsminister zu Guttenberg den Tourismus zur „führenden
Industrie des 21. Jahrhunderts" erklärt, ist das produzierende Gewerbe in Deutschland
in seiner Existenz gefährdet. Dem Maschinenbau – speziell als Zulieferer der
Autoindustrie – droht, wenn nicht schnell eine Richtungsänderung eingeschlagen
wird, das Aus.

Der akute Fall Opel, bei dem der Rettungsplan der Bundesregierung sich offenbar
mehr an der Rettung der mit Opel und GM verflochtenen Finanzinteressen
orientiert und den Erhalt von Arbeitsplätzen und produktiven Kapazitäten
hintanstellt, zeigt in welcher Sackgasse man sich befindet. Und trotz großer „Erfolgsmeldungen"
ist die Rettung von Opel noch lange nicht sicher. Laut jüngster Pressemeldungen
soll nun GM geheime Gespräche mit dem Heuschreckenfonds Ripplewood über dessen
Einstieg bei Opel und den anderen GM-Töchtern in Europa führen.

Die  Forderungen der BüSo, brachliegende Kapazitäten bei Opel und
anderen Autobauern und deren Zulieferern zur Produktion notwendiger (und, wie
in Afrika, lebensnotwendiger) Infrastruktur zu nutzen, sind in diesem Lichte
noch aktueller geworden.

Ganz in dieser Richtung verliefen Diskussionen bei einer Tagung am 4. Juni über
die Zukunft der von der Autokrise besonders betroffenen Region Michigan in den
USA. Dort wurde angeregt, bestehende aber stillgelegte Kapazitäten und
Einrichtungen des Automobilsektors  für den
Wiederaufbau einer fast verschwundenen Nuklearindustrie zu reaktivieren. So
sprach Gerry Anderson vom Vorstand des Stromanbieters DTE von einer Vielzahl
von  Komponenten, einschließlich Teile
die in Michigan hergestellt werden könnten wie z.B. Ventile, Pumpen und
Dichtungen, die bei den anstehenden Neubauten von Kernkraftwerken benötigt
würden. Über 400 regionale Industrievertreter, u.a. von den großen Kraftwerksbauern
General Electric, Westinghouse und Areva nahmen an dieser Veranstaltung in
Detroit teil.

Bei der dreitägigen Veranstaltung „The National Summit" in Detroit sagte
Vorstandsvorsitzender von DTE, Anthony Earley, am 16. Juni, „eine der
Schwierigkeiten bei der Wiederbelebung der Kernenergie ist zugleich eine
der  größten Chancen. Die Anzahl der Zulieferer ist geschrumpft und weltweite
schlägt sich die Konkurrenz bereits um die schrumpfenden Kapazitäten und den
verbliebenen Rest an Fachkräften."

Auch wenn Stromanbieter erneuerbare Energien nutzen würden „ … können
Windmühlen und Solarzellen niemals die notwendigen Strommengen für den Betrieb einer
Autofabrik oder einer Kaltwalzanlage für Stahl zur Verfügung stellen". Bis 2030
müßten in den USA ca. 2 Billionen Dollar in die Energieinfrastruktur investiert
werden. Das durchschnittliche Alter eines Kraftwerks in Michigan betrage
inzwischen 48 Jahre. Und wenn  diese nicht
schnell durch  neue Kernkraftwerke ersetzt
würden, könne die Energieversorgung der Region nicht aufrecht erhalten werden.

Die Überalterung der Energieinfrastruktur droht auch in Deutschland, wenn nicht
bald der törichte Ausstieg aus der Kernenergie rückgängig gemacht wird. Und
neben der BüSo gibt es inzwischen auch einige zaghafte Stimmen von anderer
Seite, die sich dem Thema Umrüstung in der Automobilindustrie annehmen. So
hatte bereits vor wenigen Monaten der Betriebsrat von Volkswagen vorgeschlagen,
Kapazitäten bei VW für den Bau von Kraftwerkskomponenten einzusetzen.

Mit dem Bau einer Reihe von inhärent sicheren Hochtemperaturreaktoren entlang
der Küste Nordafrikas, könnte dort Wasser im großen Stil entsalzt und die Wüste
begrünt werden. Und zusätzlich würde genug Strom für die urbane Entwicklung der
einzelnen Länder erzeugt.  Wäre das nicht
viel besser, als die nordafrikanischen Staaten mit einer unnützen Riesensolaranlage
das Land zuzubauen und ihnen die Entwicklung ihres eigenen Potentials vorzuenthalten?
(lesen Sie hierzu: [url:“news/club-von-rome-fordert-malthusianisches-energieprojekt“]Club
von Rome fördert malthusianisches Energieprojekt[/url]
)

 

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