In Moskau fand am 5. September das Gipfeltreffen der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit, kurz: OVKS, statt. Der russische Präsident Medwedjew traf dort mit den Präsidenten Weißrußlands, Armeniens, Kasachstans, Kirgisiens, Tadschikistans und Usbekistans zusammen. Alle Mitglieder der OVKS sind ebenfalls Mitglieder der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS), einige auch der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit und der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft.
In einem Kommuniqué, das Besorgnis über den von Georgien begonnenen Kaukasuskonflikt ausdrückt, und das die Beilegung des Konflikts auf der Basis des Medwedjew-Sarkozy Plans vom 12. August fordert, wurden noch weitere strategische Sicherheitsthemen angesprochen:
– In Erwägung des erheblichen Konfliktpotentials in der OVKS-Zone riefen die versammelten Staatschefs die NATO Mitgliedstaaten auf, die möglichen Konsequenzen einer Osterweiterung ihrer Allianz und die Stationierung neuer ballistischer Raketenabwehrstellungen an der Grenze der OVKS-Mitglieder zu bedenken. Es wurde des weiteren Besorgnis über die Proliferation von landgestützten, ballistischen Mittel-, und Kurzstreckenraketen nahe der OVKS-Ländergrenzen ausgedrückt.
– Es wurde die alarmierende Situation in Afghanistan angesprochen, vor allem die Bedrohung durch den Narkoterrorismus. Es wurden gemeinschaftliche, internationale Anstrengungen vorgeschlagen, die zum Schutz vor Drogen-, und Geldschmuggel eingerichtete Sicherheitszone um Afghanistan zu verstärken. Auch wurde eine OVKS-NATO Zusammenarbeit angeboten, um gemeinsame Maßnahmen gegen die aus Afghanistan kommende narkoterroristische Bedrohung, und gegen die insgesamt in dem Land herrschende Instabilität zu ergreifen.
In einem eigenen Statement antwortete Medwedjew auf die seitens der USA und EU geäußerten Anschuldigungen eines "nicht verhältnismäßigen" Waffeneinsatzes bei der Reaktion Rußlands auf Georgiens Angriff auf Südossetien: "Rußland hat sich bisher und wird sich auch weiter für eine politische und diplomatische Beilegung von Streitigkeiten einsetzen, aber, wenn nötig, werden wir weiterhin vorbereitet sein, unsere Interessen mit Entschiedenheit zu verteidigen." Dies sei die wichtigste Lektion der Ereignisse vom August in Südossetien.