Papst Leo XIV. ging in seiner Ansprache vor dem spanischen Parlament am 8. Juni auch auf die Migrationskrise ein, die nicht nur Spanien spalte. Er warnte, dass die Verstöße gegen „den universalen Grundsatz der gleichen Würde aller Menschen“, die gegenüber Migranten begangen werden, „eine Anfrage an das Gewissen der Nationen und an die ethischen Grundlagen der internationalen Ordnung“ darstellten. Die Nationen müssten gemeinsam die Ursachen dieser Krise angehen: den Mangel an „Frieden, Sicherheit und einer Zukunft“ in der Heimat, der die Menschen dazu treibt, in andere Länder zu fliehen.
„Zahlreiche Männer, Frauen und Kinder sind aufgrund oft dramatischer Umstände gezwungen, aus ihren Gemeinschaften wegzugehen und ihre Angehörigen, ihre Geschichte und ihre Bindungen dort zurückzulassen. Dies ist weit mehr als eine rein demografische oder wirtschaftliche Frage: Es handelt sich um eine vorrangig moralische und rechtliche Angelegenheit…
Die Situation von Migranten und Flüchtlingen erfordert eine Antwort, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt, die die Ursachen ihres Weggangs angeht und über die bloße Steuerung der Migrationsströme hinausgeht. Daraus ergibt sich ein doppeltes Erfordernis sozialer Gerechtigkeit: sichere und legale Wege, würdige Aufnahmebedingungen und echte Integrationsmöglichkeiten zu bieten; und gleichzeitig das Recht zum Verbleib im eigenen Land zu fördern, indem darauf hingearbeitet wird, dass niemand sein Zuhause aufgrund von Mangel an Frieden und Sicherheit oder aufgrund von menschenunwürdigen Lebensbedingungen verlassen muss, zu denen auch wirtschaftliche Ungerechtigkeiten und die Auswirkungen der Klimakrise gehören.“
Zusatz, 11.6.: LINK zum Besuch und der Rede von Papst Leo XIV am 11.6. auf Gran Canaria, wo er direkt mit Miganten zusammentraf.