Papst Leo XIV: „Ich habe keine Angst vor der Trump-Regierung“

14.04.2026
Papst Leo XIV: „Ich habe keine Angst vor der Trump-Regierung“ klaus 14.04.2026

Am Sonntag, dem 12. April, veröffentlichte US-Präsident Trump einen Angriff auf Papst Leo XIV. In seiner unglaublichen Tirade behauptete er u.a., dieser sei „schwach im Umgang mit Kriminalität, schwach im Umgang mit Atomwaffen [und] passt mir nicht“, schrieb Trump auf Truth Social. Später veröffentlichte er noch ein KI-Bild von sich selbst als Jesus Christus, mit einer amerikanischen Flagge, Weißkopfseeadlern und Kampfjets im Hintergrund. Selbst einige von Trumps stärksten Anhängern sagten, er habe eine Grenze überschritten. Das Bild wurde später von den Social-Media-Seiten des Präsidenten entfernt.

Der Papst äußerte sich, als er von Journalisten auf seinem Flug nach Algerien, der ersten Station seiner Afrikareise, auf Trumps Angriff angesprochen wurde: „Ich denke, dass die Menschen, die dies lesen, ihre eigenen Schlussfolgerungen ziehen können: Ich bin kein Politiker, ich habe nicht die Absicht, mich auf eine Debatte mit ihm [Trump] einzulassen. Lasst uns vielmehr stets nach Frieden streben und Kriegen ein Ende setzen. Ich habe keine Angst vor der Trump-Regierung. Ich spreche über das Evangelium, ich bin kein Politiker. Ich glaube nicht, dass die Botschaft des Evangeliums so missbraucht werden sollte, wie es manche Menschen tun. Ich werde mich weiterhin lautstark gegen den Krieg aussprechen, um den Frieden und den multilateralen Dialog zwischen Staaten zu fördern, damit die richtigen Lösungen für Probleme gefunden werden. Die Botschaft der Kirche ist die Botschaft des Evangeliums: Selig sind die Friedfertigen; ich sehe meine Rolle nicht als die eines Politikers, ich möchte nicht in eine Debatte mit ihm treten. Zu viele Menschen leiden auf der Welt.“

Erzbischof Paul S. Coakley, Vorsitzender der US-amerikanischen Bischofskonferenz, veröffentlichte eine kurze Stellungnahme: „Ich bin bestürzt darüber, dass der Präsident sich dazu entschlossen hat, solch abfällige Worte über den Heiligen Vater zu schreiben. Papst Leo ist nicht sein Rivale; ebenso wenig ist der Papst ein Politiker. Er ist der Stellvertreter Christi, der aus der Wahrheit des Evangeliums spricht und für das Seelenheil eintritt.“

Bischof Robert Barron aus Rochester, Minnesota, der in Trumps Kommission für Religionsfreiheit mitwirkt, sagte, Trumps Äußerungen seien „völlig unangemessen und respektlos. Sie tragen überhaupt nicht zu einem konstruktiven Gespräch bei. Es ist das Vorrecht des Papstes, die katholische Lehre und die Prinzipien, die das moralische Leben leiten, zu artikulieren.“ Er ermutigte Vertreter der Trump-Regierung, auf Vertreter des Vatikans zuzugehen und sich mit ihnen zu treffen, „damit ein echter Dialog stattfinden kann“.

Antonio Spadaro, Untersekretär des vatikanischen Dikasteriums für Kultur und Bildung, schrieb auf X: „Wäre Leo irrelevant, verdiene er keinen Kommentar. Stattdessen wird er herangezogen, genannt, bekämpft – ein Zeichen dafür, dass seine Worte von Bedeutung sind. Hier zeigt sich die moralische Kraft der Kirche. Nicht als Gegenmacht, sondern als Raum, in dem Macht nach einem Maßstab beurteilt wird, den sie nicht kontrolliert.“

Quelle: eirna.de

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