Am Morgen des 4. Juli besuchte Papst Leo XIV. die kleine Insel Lampedusa, die sich an der äußersten Südgrenze Italiens befindet. Dies ist der Ort, an dem die meisten illegalen Einwanderer von Menschenschmugglern buchstäblich „abgeladen“ werden. Papst Leo sprach erneut beide Seiten des Migrationsproblems an: die Notwendigkeit, Migranten als Menschen zu behandeln, und die Lösung der Ursachen von Migration durch Entwicklung.
In seiner vom Heiligen Stuhl veröffentlichten Predigt sagte Papst Leo unter anderem:
„Von diesem äußersten, im Mittelmeer gelegenen Zipfel Europas aus lässt sich daher am besten erkennen, vor welch historische Herausforderung das Phänomen der Migration die europäischen Gesellschaften stellt. Auch in dieser Hinsicht – ebenso wie beim ökologischen Wandel und bei der Förderung des Friedens – verfügt Europa über ein einzigartiges Potenzial, das sich aus seiner Geschichte und Kultur ergibt, und trägt somit eine entsprechende Verantwortung. Aufgrund seiner geografischen Lage und seiner institutionellen Rahmenbedingungen ist Europa in der Lage, die Krise in diesem Bereich ganzheitlich anzugehen, indem es Nothilfe mit einem langfristigen strategischen Plan verbindet, der in der Lage ist, Migranten aufzunehmen, zu schützen, zu fördern, zu integrieren und der zugleich Entwicklung begünstigt, damit niemand zur Auswanderung gezwungen ist. Dabei muss stets darauf geachtet werden, dass die Würde jedes Einzelnen gewahrt bleibt. Das ist eine Aufgabe der öffentlichen Institutionen, aber auch der gesamten Zivilgesellschaft und der Kirche.“
Die Entscheidung des Papstes, am 4. Juli nach Lampedusa zu reisen, also am Tag der 250-Jahr-Feier der Unabhängigkeit der USA, ist eine klare Botschaft an die Einwanderungspolitik der Trump-Regierung. Hier finden Sie den Offenen Brief des Papstes an die Amerikaner zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit Amerikas. Dass der Papst die Einladung des US-Vizepräsidenten JD Vance zum Unabhängigkeitstag nach Washington ausschlug, entspricht jedoch der vatikanischen Tradition, sich von solchen Ereignissen fernzuhalten.
Quelle: eirna.de