Während sich die Mainstream-Medien auf Donald Trumps Verbalattacken gegen den Papst konzentrierten, war die Afrikareise von Leo XIV. (13.–23.4.) tatsächlich ein vorbildliches Beispiel für die so seltene Führungsstärke in der heutigen Welt. In einer Pressekonferenz im Flugzeug auf dem Rückweg nach Rom am 23.4. hielt Leo den Regierungen eine Lektion in Staatskunst, als er über das Thema Einwanderung sprach.
Auf die Frage einer spanischen Journalistin antwortete der Papst: „Das Thema Einwanderung ist sehr komplex und betrifft viele Länder – nicht nur Spanien, nicht nur Europa oder die Vereinigten Staaten, sondern es ist ein weltweites Phänomen! Deshalb beginnt meine Antwort mit einer Frage: Was tut der Norden der Welt, um dem Süden der Welt oder jenen Ländern zu helfen, in denen die jungen Menschen heute keine Zukunft sehen und deshalb diesen Traum haben, in den Norden zu gehen? Alle wollen in den Norden, aber oft hat der Norden keine Antworten darauf, wie er ihnen Chancen bieten kann. Viele leiden darunter…
Ich persönlich glaube, daß ein Staat das Recht hat, Regeln für seine Grenzen festzulegen. Ich sage nicht, daß alle ungeordnet einreisen sollten, was an den Orten, wo sie ankommen, manchmal zu Situationen führt, die ungerechter sind als die, die sie hinter sich gelassen haben. Aber dennoch frage ich mich: Was tun wir in den reicheren Ländern, um die Situation in den ärmeren Ländern zu ändern? Warum können wir nicht versuchen – sowohl mit staatlicher Hilfe als auch mit Investitionen der großen, reichen Unternehmen, der multinationalen Konzerne -, die Situation in Ländern wie denen, die wir auf dieser Reise besucht haben, zu ändern?
Afrika wird von vielen Menschen als ein Ort angesehen, wo man hingehen kann, um Mineralien abzubauen, um seine Reichtümer für den Reichtum anderer in anderen Ländern zu nutzen. Vielleicht sollten wir weltweit mehr dafür tun, um mehr Gerechtigkeit, Gleichheit und die Entwicklung dieser afrikanischen Länder zu fördern, damit sie nicht die Notwendigkeit haben, in andere Länder, nach Spanien usw., auszuwandern.
Und der andere Punkt, den ich ansprechen möchte, ist, daß es sich in jedem Fall um Menschen handelt und wir Menschen menschlich behandeln müssen, statt sie oft schlechter zu behandeln als Tiere. Es gibt eine große Herausforderung: Ein Land kann zwar sagen, daß es keine weiteren Menschen aufnehmen kann, aber wenn sie ankommen, sind sie Menschen und verdienen die Achtung, die jedem Menschen aufgrund seiner Würde zusteht.“