In einem Rundbrief an seine Kunden vom 20.10. warnt das Finanzhaus Goldman Sachs vor dem hohen Risiko eines „Credit Tail Events” – ein extremes Szenario von Kreditausfällen durch weitverbreitete oder konzentrierte Insolvenzen, Bonitätsherabstufungen oder schwere Marktverwerfungen bei Renditen. Das kann eine plötzliche Welle von Unternehmensausfällen sein wie 2008, ein großer Ausfall einer Gegenpartei (wie Lehman Brothers), ein Staatsbankrott oder ein Liquiditätsengpaß. All diese Fälle sind in den letzten drei Jahrzehnten aufgetreten. Das Verhalten und die Warnungen der Zentralbanken in der letzten Zeit deuten darauf hin, daß jetzt einer der ersten beiden Fälle eingetreten ist. Mit anderen Worten, irgendein Finanzinstitut steckt in allergrößten Schwierigkeiten.
Am wahrscheinlichsten dürfte dies auf dem sogenannten „privaten Schuldenmarkt” zu finden sein. Private Fonds haben zunehmend die Rolle der Banken als Kreditgeber für Unternehmen aller Art übernommen, oft bei risikoreichen Investitionen, wie im Fall des amerikanischen Autoteileherstellers First Brands. First Brands hat am 29.9. Insolvenz angemeldet und enthüllte dabei ein System aggressiver Übernahmen und „Rechnungsfinanzierungen” durch private Fonds wie Raistone, dem zufolge mit dem Konkurs des Autozulieferers bis zu 2,3 Mrd.$ „einfach verschwunden sind“.
Der private Schuldenmarkt mit einem Volumen von schätzungsweise 1,7 Bio.$ ist nun ebenso vom Zusammenbruch bedroht wie andere Teile der „Alles-Blase”, deren Umfang auf über 2 Billiarden Dollar geschätzt wird. Die Krypto-Blase ist schon geplatzt. Als Reaktion auf den Handelskonflikt zwischen den USA und China gab es vergangene Woche auf dem Tulpenmarkt – pardon, Kryptomarkt – den größten Crash seiner Geschichte. Schätzungen zufolge betragen die Verluste für den globalen Kryptomarkt mehr als 150 Mrd.$. Bitcoin fiel vom 10. auf den 11.10. um 14%, Ether sank zeitweise um 12%. Kleinere Token fielen sogar noch mehr.
Auch Stablecoins blieben von dem Crash nicht verschont. Laut der Kryptobörse Bitget Exchange verlor Ethenas Stablecoin USDe 35%! Er „fiel auf Binance [der größten Kryptobörse] auf 0,65 Dollar, was für etwas, das eigentlich stabil sein soll, eine ziemlich bedeutende Bewegung ist… Wenn man sieht, daß ein Stablecoin 35% seiner Bindung verliert, wirft das natürlich Fragen darüber auf, was ihn wirklich stützt… Stablecoins sollten solchen Belastungen standhalten können.” Soviel zu den Zauberern der Trump-Regierung, die die Zukunft der US-Schulden an Stablecoins gekoppelt haben! Laut dem Finanz-Infrastrukturunternehmen Derive haben Investoren massiv Put-Optionen, d.h. Wetten auf fallende Preise, auf Bitcoin und Ether gekauft.
Quelle: eirna.de