Polen fragt sich: Was ist mit Deutschland los?

06.05.2011
Polen fragt sich: Was ist mit Deutschland los? admin 06.05.2011

In der polnischen Presse spart man nicht mit Kritik und Satire über die deutsche anti-Atomkraft-Hysterie im Nachbarland Deutschland. Die Deutschen schienen völlig von Angst dominiert zu sein, während die polnische Bevölkerung keine solchen Symptome aufweise.

Der polnische Premierminister Donald Tusk, der von deutschen Politikern, insbesondere dem brandenburgischen Ministerpräsident Matthias Platzek (SPD) bedrängt wird, den Plan für den Bau des ersten polnischen Kernkraftwerks in der Nähe von Gdansk aufzugeben, hat das kategorisch ausgeschlossen. Er unterstrich seine Entschlossenheit, das Kraftwerk bis 2020 fertigzustellen. Polen wolle seine Abhängigkeit von Gasimporten aus Rußland reduzieren und habe überhaupt keine Alternative, als die Kernenergie zu entwickeln. Außerdem gebe es in der Region, in der der Bau geplant ist, keine tektonischen Verwerfungslinien.

Tusk betonte außerdem, Polen habe bereits deutsche Bedenken berücksichtigt, als es sich entschloß, kein Kernkraftwerk in Gryfino, in der Nähe der deutschen Grenze, zu errichten. Die geplante Anlage in Gdansk liegt jetzt 300 km weiter östlich von Deutschland entfernt.

Auch Teresa Kaminska, technische Leiterin des Kernkraftprojektes in Gdansk drückte ihre Verwunderung über die deutsche Diskussion nach Fukushima aus. "Selbst in einer solchen Notstandssituation sind keine größeren Mengen an Radioaktivität in Japan beobachtet worden," was zeige, daß "nochmals bewiesen wurde, daß Kernkraft eine sichere Form der Energieerzeugung ist".

Bei dieser Gelegenheit lohnt es sich, daran zu erinnern, daß in Japan mehr als 50 Kernkraftwerke laufen, die keine Katastrophen verursacht haben.

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