Ein hochrangiger polnischer Beamter, Bartosz Grodecki, Leiter des Nationalen Sicherheitsbüros (BBN) des polnischen Präsidenten, traf sich am 2. Juli mit Elbridge Colby im Pentagon. Anschließend erklärte er gegenüber Reportern, dass auf US-amerikanischer Seite „enorme Offenheit“ für einen Beitritt Polens zum NATO-Programm zur nuklearen Teilhabe bestehe. Auf die Frage der polnischen Presseagentur PAP, ob dies bedeute, dass potenziell Atomsprengköpfe in Polen stationiert werden könnten, gab Grodecki keine Details an, sondern sagte nur, es gehe um den „Beitritt zum Programm“.
Polen unterstützt die alljährlichen Steadfast-Noon-Atomübungen des Bündnisses bereits durch die Bereitstellung konventionell bewaffneter Kampfflugzeuge. Die Stationierung von US-Atomwaffen in Polen würde in Moskau jedoch mit Sicherheit als enorme Provokation angesehen werden.
Laut Grodecki wird die ausgesetzte Rotation von US-Truppen nach Polen nun abgeschlossen. Der Abschluss der Rotation werde getrennt von den Plänen für einen ständigen US-Stützpunkt in Polen behandelt. Zu diesen Plänen sei Washington ebenfalls positiv eingestellt. Er fügte hinzu, dass die amerikanische Präsenz nun als „ein völlig neues Konzept“ betrachtet werden sollte, bei dem die Truppenzahlen weniger zählten als die Fähigkeiten. Der Wechsel von einer rotierenden zu einer ständigen Präsenz habe zudem eine bedeutende Signalwirkung „sowohl für den Osten als auch für den Westen“.
Quelle: eirna.de