Wie die Tageszeitung China Daily am vergangenen Wochenende meldete, hat ein Gutachten der Schanghaier Akademie für Umweltwissenschaften festgestellt, daß durch den Bau von Magnetschwebebahntrassen weder Schäden für Umwelt noch für Menschen in der Umgebung zu befürchten sind. Das schließt auch die oft zitierten Auswirkungen von Magnetfeldern auf Anwohner der Trassen ein. Das Gutachten bezieht sich konkret auf Pläne, die bestehende Transrapidtrasse vom Stadtzentrum Schanghais zum Finanzdistrikt Pudong zu verlängern, so daß ein Anschluß zum Inlandsflughafen Hongqiao besteht. Die Verlängerung soll etwa so lang werden wie die bereits bestehende Trasse – knapp 32 Kilometer. Indirekt gibt das Gutachten auch grünes Licht für eine weitere Verlängerung zur Stadt Hangzhou, das ist eine fünfmal so lange Distanz. Zwar muß das Gutachten noch von den nationalen Behörden für Umwelt und für Entwicklung geprüft werden, auch können Anwohner im Bereich der geplanten Trasse bis Mitte Januar Gegeneingaben machen, es wird aber generell erwartet, daß das neue Projekt, das seit dem Frühjahr 2007 zunächst unterbrochen wurde, bald in Angriff genommen werden kann.
Das Schanghaier Gutachten ist auch für die laufende Debatte über das Münchner Transrapidprojekt relevant, gegen das mit stark populistischem Unterton ähnliche „Bedenken" von Gegnern vorgebracht werden. Eine Konzession an die Bedenkenträger hat die erwähnte Schanghaier Akademie allerdings gemacht: im eng besiedelten Innenstadtbereich soll der Transrapid nur mit Höchstgeschwindigkeit 200 km/h fahren, um den (ohnehin niedrigen) Lärmpegel noch weiter abzusenken. Wenn die Schanghaier Bürger damit leben und schlafen können, sollte das auch für die Münchner gelten, oder?